| Ärger um neue Kreditkarte für Lufthansa-Stammkunden |
| 01.02.2026 10:18:00 |
Der Wechsel des Kreditkartenanbieters im
Treueprogramm "Miles & More" hat unter Stammkunden der Lufthansa
für Ärger gesorgt. "Ich werde den Vertrag sang- und
klanglos auslaufen lassen", kündigt beispielsweise der Sales
Professional Thomas Fröhlich auf der Plattform LinkedIn an.
Wie viele andere Kunden hat er keine Lust oder Zeit, sich beim neuen
Kartenanbieter Deutsche Bank "wieder komplett nackig
zu machen", sprich genaue Auskünfte zu Einkünften und Vermögen
erneut abzugeben, Schufa inklusive. Das ist aber notwendig, um die
erflogenen Meilen dauerhaft zu sichern, weil die bislang
ausgegebenen Karten der Deutschen Kreditbank (DKB) spätestens zum
30. April auslaufen.
Meilen sammeln auf vielen Wegen
Mit dem Miles-&-More-Programm will der Lufthansa-Konzern seine
Kunden enger an sich binden. Nach einem komplexen System können
Meilen gesammelt werden, für die man später Produkte, Upgrades oder
in seltenen Fällen auch Bonusflüge eintauschen kann. Die zusätzlich
ausgegebenen Kreditkarten wirken dabei als Turbo, weil jeder
Karteneinsatz zusätzliche Meilen bringt. Zusätzlich gibt es
Status-Punkte (Points), die ab gewissen Schwellen verbesserte
Dienstleistungen auf der Flugreise mit sich bringen.
Zum Übergang verweist die Deutsche Bank auf bankrechtliche Vorgaben,
nach denen sich Kunden legitimieren müssen, wenn sie eine neue
Kreditkarte beantragen. Die dabei eingeholten Informationen seien
"branchenüblich". Wenn man die Kunden besser kenne, erhöhe sich die
Sicherheit für die Bank und gleichzeitig würden die Kunden vor
potenziellem Missbrauch der Karte geschützt.
Im Wechselprozess habe es an vielen Stellen geknirscht, beklagen
Vielflieger. Call-Center-Agenten konnten nicht weiterhelfen,
Mitarbeiter in einzelnen Filialen der Deutschen Bank seien nicht
ausreichend informiert gewesen. Als misslich wurde auch empfunden,
dass die bisherige Karte nicht automatisch gekündigt werde, was zu
doppelten Gebühren führen könne. Auch hatte die Deutsche Bank den
Standard-Kreditrahmen zunächst auf niedrige 2.500 Euro festgesetzt,
diesen inzwischen aber verdoppelt.
Schwund ist einkalkuliert
Miles & More weist die Kritik zurück. Man sei sich zwar bewusst,
dass der Wechsel mit einem gewissen Aufwand verbunden sei.
"Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass dies für alle Beteiligten der
bestmögliche und sicherste Weg ist. Den einmaligen Aufwand gleichen
wir durch den Wechselbonus und weitere langfristige Vorteile aus."
Die Umstellung der einzelnen Karten könne nahtlos erfolgen, wenn die
Kunden dies wünschten. Für einen schnellen Wechsel bis zum 15.
Februar habe man Boni von bis zu 6.000 Meilen und 40 Points
angeboten.
Zahlen zum Verlauf des Wechsels nennt die Lufthansa-Tochter aber
nicht. Die Miles-&-More-Kreditkarte werde in Deutschland von einer
"substanziell sechsstelligen Zahl" von Personen genutzt. Von diesen
habe sich bereits ein "signifikanter Anteil" für den Wechsel
entschieden. Einen gewissen Schwund hat man offenbar einkalkuliert.
Das Unternehmen erklärt dazu: "Vereinzelte Kündigungen sind bei
einer Produktumstellung dieser Größenordnung üblich und bewegen sich
im erwartbaren Rahmen."/ceb/DP/zb
ISIN DE0005140008 DE0008232125
AXC0024 2026-02-01/10:18
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Autor: - dpa-AFX
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