| Grüne Liga Brandenburg klagt gegen Bebauungsplan für Werk von Red Bull |
| 01.02.2026 10:19:00 |
Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg
klagt nach eigenen Angaben gegen den Bebauungsplan für den Ausbau
der Getränke-Produktion der Firmen Rauch und Red Bull in
Baruth/Mark. Beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sei ein
Normenkontrollantrag eingereicht worden, teilte Geschäftsführer
Michael Ganschow mit. Zugleich habe die Grüne Liga beantragt, dass
der Bebauungsplan der Stadt südlich von Berlin vorläufig außer
Vollzug gesetzt werde.
Die österreichischen Unternehmen Red Bull und Rauch wollen in
Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming ihre Produktion ausbauen und
ein eigenes Dosen-Werk errichten. Sie hatten den Getränkeabfüller
Urstromquelle gekauft. Umweltschützer befürchten eine zunehmende
Wasserknappheit.
Umweltverband fürchtet Folgen für Trinkwasser
Die Grüne Liga Brandenburg verweist darauf, dass Red Bull und Rauch
als neue Eigentümer auf eine Wasserentnahme von rund 2,5 Millionen
Kubikmetern pro Jahr zurückgreifen könnten, die für die Belieferung
der Urstromquelle genehmigt war. Sie warnt davor, dass das für die
Herstellung von Mineralwasser genehmigte Trinkwasser nicht nur zur
Produktion der Getränke, sondern auch von Dosen verwendet werden
könnte.
"Das Wasserdargebot sollte von der Kommune schon bei der
Bauleitplanung berücksichtigt werden", sagte der Vorsitzende der
Grünen Liga, Heinz-Herwig Mascher. "Es muss noch genug für die
Bevölkerung da bleiben." Das müsse untersucht werden. Für die
Produktion von Dosen wäre Trinkwasser "viel zu schade", sagte er.
Sein Verein sieht im Bebauungsplan zudem Defizite unter anderem beim
Artenschutz und bei geplanten Ausgleichsmaßnahmen.
Die Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke dringt
ebenfalls auf eine Prüfung der Wasserressourcen: "Angesichts des
fortschreitenden Klimawandels und der sinkenden
Grundwasserneubildung braucht es ein neues, belastbares Gutachten
zur Wasserverfügbarkeit, das den aktuellen wissenschaftlichen Stand
berücksichtigt", sagte Lübcke, die Annalena Baerbock 2025 im
Bundestag nachfolgte.
Red Bull und Rauch: Kein zusätzlicher Verbrauch
Die Unternehmen verweisen darauf, dass nicht mehr Wasser verbraucht
werden soll als bei der Urstromquelle. Das Bundesumweltministerium
hatte im vergangenen Jahr erklärt, der Wasserverbrauch beim
geplanten Ausbau werde vom Land genau geprüft. Die Zahl der
Mitarbeiter soll nach bisherigen Plänen im Zuge des Ausbaus von 240
auf rund 600 steigen.
Auch beim Werk von Elektroautobauer Tesla in
Grünheide ist das Wasser stets ein Kritikpunkt von Umweltschützern.
Tesla darf dem eigenen Umweltbericht von 2024 zufolge bis zu 1,8
Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr entnehmen./vr/DP/zb
ISIN US88160R1014
AXC0025 2026-02-01/10:19
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Autor: - dpa-AFX
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