| Neue Warnstreiks an Unikliniken und Hochschulen in NRW |
| 01.02.2026 10:24:00 |
Die Warnstreikwelle im öffentlichen
Dienst der Länder erreicht in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch (4.
Februar) erneut zahlreiche Schulen, mehrere Unikliniken sowie viele
Hochschulen. Für Donnerstag (5. Februar) sind weitere
Arbeitsniederlegungen an Schulen geplant.
Welche Unikliniken sind betroffen?
An den sechs Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf,
Essen, Köln und Münster hat Verdi Beschäftigte zu Warnstreiks
aufgerufen. Patienten müssen mit Einschränkungen rechnen. Verdi
hatte bei ähnlichen Aktionen erklärt, dass ein Teil der Operationen
entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu
rechnen sei. Mit Notdienstvereinbarungen sei gewährleistet, dass
dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informieren ihre
Patienten.
Gegenstand des Arbeitskampfes ist das Entgelt unter anderem für
Pflegekräfte, Labormitarbeitende, Verwaltungsmitarbeitende und
Servicepersonal. Die Gehälter von Ärzten sind nicht Teil der
Tarifverhandlungen.
Was bedeutet das für Studierende?
Verdi rechnet wie bei früheren Streiks mit Einschränkungen im
Hochschulbetrieb. Bibliotheken könnten geschlossen bleiben, auch der
Lehrbetrieb könne betroffen sein.
Worauf müssen sich Autofahrer einstellen?
An den Aktionen beteiligen sich neben Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes der Länder nach Verdi-Angaben auch Streikende der Autobahn
GmbH, bei der es ebenfalls einen Tarifkonflikt gibt. Größere
Auswirkungen auf den Autobahnverkehr werden aber nicht erwartet -
Tunnelleitzentralen seien nicht betroffen. Auch für die
Tunnelleitzentrale des Landesbetriebs Straßen.NRW in Leverkusen
liegt kein Streikaufruf vor.
Die Tunnelleitzentralen müssen den Verkehr in lange Tunneln
überwachen. Bei einem Ausfall des dortigen Personals kann es
grundsätzlich zu Tunnelschließungen kommen.
Allerdings können in einigen Großstädten durch Demonstrationen und
Kundgebungen von Streikenden zu Einschränkungen im Straßenverkehr
wie etwa Staus entstehen. Solche Versammlungen in der Öffentlichkeit
mit vielen Teilnehmern sind für Mittwoch (4. Februar) von Verdi in
Aachen, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Münster
und Siegen geplant.
In welchen Regionen sind Schulen betroffen?
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Mittwoch
(4. Februar) zu Warnstreiks an etlichen Schulen in den
Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf aufgerufen. Für
Donnerstag (5. Februar) plant die GEW Warnstreiks an Schulen in den
Regierungsbezirken Detmold und Münster.
Welche Auswirkungen kann das haben?
Zum vorangegangenen bundesweiten "Streiktag Bildung" mit Warnstreiks
in allen Regionen hatte die GEW erklärt, dass es auch zu
Unterrichtsausfällen kommen könnte. Eine Notbetreuung werde in
solchen Fällen ermöglicht. Bei den Warnstreiks an den Schulen geht
es nicht nur um angestellte Lehrkräfte. Die Aktionen beziehen auch
etwa Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter ein. Landesweit gibt es
laut Gewerkschaft rund 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Die
Mehrheit der Lehrer in NRW ist verbeamtet.
Was sollten Eltern beachten?
Das Schulministerium rät Eltern, auf Informationen der Schule zu
achten. Diese bemühten sich, im Rahmen der personellen Möglichkeiten
eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen. Verbeamtete
Lehrkräfte dürften sich nicht an Streiks beteiligen und stünden
grundsätzlich weiter zur Verfügung.
Was ist der Hintergrund dieser Warnstreiks?
GEW und Verdi fordern für Tarifbeschäftigte der Bundesländer sieben
Prozent mehr Einkommen - mindestens aber 300 Euro mehr. Von
Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte
bereits wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings
war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein
Abschluss im Februar zustande kommen könnte. Die dritte
Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar in Potsdam
geplant./vd/DP/zb
AXC0031 2026-02-01/10:24
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Autor: - dpa-AFX
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