| ROUNDUP 2/Selenskyj: Nächste Woche neue Gespräche mit USA und Russland |
| 01.02.2026 18:58:00 |
(Aktualisierung: Selenskyj zu Vorbereitungen)
KIEW/ABU DHABI (dpa-AFX) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj hat für kommende Woche neue Gespräche über eine Beendigung
des russischen Angriffskrieges in Abu Dhabi angekündigt. "Die
Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest - 4. und
5. Februar in Abu Dhabi", teilte er bei Telegram mit. Er habe einen
entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten.
Trilaterale Gespräche - also zwischen ukrainischen und russischen
Vertretern sowie US-Unterhändlern - hatte es vergangenes Wochenende
bereits in Abu Dhabi gegeben. Von russischer Seite gab es zunächst
keine Bestätigung.
"Die Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion, und wir
sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und
würdigen Ende des Krieges näher bringt", teilte Selenskyj mit.
Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine unter
anderem mit 980 Drohnen und fast 1.100 Gleitbomben angegriffen. Das
Land brauche dringend Luftabwehrraketen.
Selenskyj sprach noch am Sonntag mit dem ukrainischen
Verhandlungsführer Rustem Umjerow. "Für morgen habe ich eine
Besprechung anberaumt, um den Rahmen der Gespräche abzustimmen und
alles vorzubereiten", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
"Am Montagabend wird das Team bereits auf dem Weg zu den
Verhandlungen sein." Er hoffe auf Unterstützung der USA. "Vieles
hängt davon ab, was die amerikanische Seite erreichen kann, damit
die Menschen sowohl dem Prozess als auch den Ergebnissen vertrauen."
Ukrainer und Russen hatten ursprünglich für diesen Sonntag
angekündigt, in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit
begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges
wieder aufzunehmen.
Kreml-Unterhändler Dmitrijew am Samstag in Miami bei Witkoff
Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der
Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem
Chefunterhändler Steve Witkoff. Witkoff traf sich indes am Samstag
in Miami mit Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew. Der Russe teilte
bei X mit, es habe ein konstruktives Treffen mit der US-Delegation
gegeben. Er habe auch produktive Gespräche mit einer Arbeitsgruppe
zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen geführt.
Witkoff schrieb seinerseits, es habe produktive und konstruktive
Gespräche mit Dmitrijew im Zuge des Vermittlungsversuchs der USA zur
Lösung des Ukraine-Kriegs gegeben. Das Treffen habe die Ansicht
bestärkt, dass Russland darauf hinarbeite, Frieden in der Ukraine zu
sichern. Von US-Seite waren laut Witkoff auch Finanzminister Scott
Bessent, der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und Regierungsberater
Josh Gruenbaum dabei.
Trotz der immer wieder als "konstruktiv" und "produktiv"
beschriebenen zahlreichen Zusammenkünfte ist eine Einigung auf ein
Friedensabkommen aber bisher nicht in Sicht. Zentral für Moskau sind
Forderungen nach Gebietsabtretungen. Russland verlangt, dass sich
die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass - dieser umfasst die
Gebiete Luhansk und Donezk - zurückzieht, die weiterhin von Kiew
kontrolliert werden. Präsident Selenskyj hatte solche
Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt.
Erneut Tote bei russischen Drohnenangriffen
Russland erklärte sich zwar vor dem Hintergrund der Verhandlungen
auf Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, wegen der extremen
Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von
neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig
abzusehen. Die Vereinbarung sollte nach russischen Angaben zunächst
nur bis Sonntag gelten, um auch eine gute Grundlage für die
Verhandlungen in Abu Dhabi zu schaffen. Angriffe auf andere Ziele
wurden aber indes fortgesetzt.
Selenskyj beklagte, dass die sich die Attacken auf die Bahn- und
andere Verkehrsinfrastruktur verlagert hätten. "Es ist
offensichtlich, dass die Russen unsere Städte voneinander
abschneiden wollen", sagte er in seiner Videobotschaft. Das
russische Verteidigungsministerium teilte in Moskau mit, es habe
Angriffe auf die von den ukrainischen Streitkräften genutzte
Verkehrsinfrastruktur sowie auf Munitionsdepots gegeben.
Bei einem russischen Drohnenangriff in der Stadt Dnipro starben ein
Mann und eine Frau, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha
mitteilte. Es sei ein Feuer ausgebrochen. In Pawlohrad starben
mindestens 15 Menschen, als russische Drohnen einen mit
Minenarbeitern besetzten Bus trafen. Weitere 15 Menschen wurden bei
dem Angriff verletzt.
Kiew stellt nach Blackout Heizungsversorgung wieder her
Neue Meldungen über russische Angriffe auf ukrainische
Energieanlagen gab es indes nicht. Allerdings kam es am Samstag zu
einem Blackout durch einen Ausfall von Leitungen. Die Arbeiten zur
Wiederherstellung der Versorgung dauerten auch am Sonntag an. Im
ganzen Land gab es Behörden zufolge weiter Notabschaltungen.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass immer mehr
Häuser wieder an die Heizungsversorgung angeschlossen würden.
Demnach waren am Morgen noch rund 1.000 Häuser in der Hauptstadt
ohne Wärmeversorgung - nach 3.500 Häusern am Vorabend. Auch alle
Linien der Metro seien nach dem Ausfall am Samstag wieder in
Betrieb, hieß es.
Grund für die massiven Probleme in vielen Teilen des Landes war ein
Ausfall von zwei Leitungen zwischen Rumänien und Moldau und auf dem
Gebiet der Ukraine, wie Selenskyj darlegte. Es sei ein Tag im
Ausnahmezustand für die Regierung, das Energieministerium, die
Energieunternehmen sowie regionale und lokale Behörden gewesen. "Die
Ursachen werden derzeit untersucht", sagte Selenskyj.
Womöglich sei Vereisung der Leitungen der Grund für den Kollaps
gewesen. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine externe
Einmischung oder einen Cyberangriff", sagte Selenskyj. Das Land habe
auch seine Stromimporte erhöht. Das Energiesystem der Ukraine ist
vor allem nach den vielen russischen Angriffen schwer beschädigt.
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe
gegen den russischen Angriffskrieg./mau/DP/he
AXC0095 2026-02-01/18:58
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Autor: - dpa-AFX
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