| ROUNDUP 2: Streit um ICE bewegt USA weiter - Junge freigelassen |
| 01.02.2026 19:14:00 |
(Aktualisierung: Fünfjähriger wurde freigelassen, weitere Details
zum Haushalt)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE
gegen Migranten haben auch am Wochenende wieder Demonstranten in
vielen Orten der USA auf die Straße getrieben. Ein kleiner Junge,
der vor fast zwei Wochen von ICE-Beamten bei einem Einsatz gegen
seinen Vater in Gewahrsam genommen worden war, wurde nach einem
Richterbeschluss freigelassen. Der Fall des Fünfjährigen hatte zu
großer Empörung geführt.
Der Junge sei wieder zu Hause im Bundesstaat Minnesota, teilte der
Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Demokrat Joaquin Castro, am
Sonntag auf der Plattform X mit. Der Richter schloss nicht aus, dass
am Ende eines Verfahrens im konkreten Fall auch eine Abschiebung
stehen könnte, doch müsse das auf einem geordneten und humaneren Weg
geklärt werden als dem aktuellen.
Gericht kritisiert "tägliche Abschiebequoten"
Das Gericht führte aus, der Fall habe seinen Ursprung im "schlecht
durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestreben der Regierung,
tägliche Abschiebequoten einzuhalten - offenbar selbst dann, wenn
dies zur Traumatisierung von Kindern führt." Laut früheren Angaben
des Heimatschutzministeriums hatte sich der Einsatz gegen den Vater
gerichtet, der aus Ecuador stammen und sich illegal in den USA
aufhalten soll. Die Einsätze und Razzien mit teils vermummten
Beamten sind Teil der rigorosen Abschiebe-Politik der US-Regierung
von Donald Trump.
Neben dem Fall des Fünfjährigen hatte auch der Tod der beiden
US-Bürger Renée Good und Alex Pretti, die bei Protestaktionen gegen
das Vorgehen der ICE in Minneapolis im Januar von Beamten erschossen
worden waren, eine große Empörungswelle im ganzen Land ausgelöst. In
mehreren großen US-Städten kam es auch am Freitag und über das
Wochenende wieder zu Demonstrationen.
Rocklegende Bruce Springsteen singt überraschend in Minneapolis
In Minneapolis trat US-Rocklegende Bruce Springsteen (76, "Born in
the U.S.A.") überraschend mit seinem Protest-Lied zu den tödlichen
Schüssen auf Good und Pretti auf. Er sang am Freitagabend (Ortszeit)
während einer Veranstaltung "Streets of Minneapolis" - eine
Protesthymne gegen die umstrittenen Abschiebe-Razzien. Springsteen
bezeichnet die Beamten in dem Song als "Privatarmee von König
Trump".
ICE-Razzien in Minneapolis dürfen vorerst weitergehen
Seit Wochen wird in Minneapolis gegen die Razzien protestiert. Die
US-Regierung hatte besonders viele Einsatzkräfte in die Stadt
geschickt - gegen den Willen der demokratisch regierten Kommune und
des US-Bundesstaats Minnesota. Die Stadt Minneapolis scheiterte am
Wochenende vor Gericht vorerst mit der Forderung nach einem Stopp
der Abschiebe-Razzien. Eine Richterin eines Bundesgerichts in
Minnesota wies einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück.
Zur Begründung hieß es, dass die Kläger ihre Argumente nicht
hinreichend dargelegt hätten. Der Fall an sich geht vor Gericht
weiter, die Richterin entschied nur über den Antrag auf einstweilige
Verfügung.
ICE lastet auf Verhandlungen über Ende des Teil-Shutdown
Der Streit um das Vorgehen der Einwanderungsbehörde lastet auch auf
den Verhandlungen über den Haushalt der US-Regierung. Die
Finanzierung für mehrere Ministerien und Behörden war am Samstag
ausgelaufen. Die oppositionellen Demokraten hatten den Protest gegen
das ICE-Vorgehen ins US-Parlament getragen und versuchen über den
Haushalt eine Abkehr der umstrittenen Methoden zu erzwingen. Der
Senat beschloss am Freitag in letzter Minute eine Kompromisslösung
für eine Anschlussfinanzierung, das verhinderte den Teil-Shutdown
aber nicht.
Demokraten wollen Reformen bei ICE: Keine Masken und Bodycams
Zwar ist die allgemeine Erwartungshaltung, dass die Blockade schnell
gelöst wird. Das Ausgabenpaket braucht auch grünes Licht von der
Parlamentskammer Repräsentantenhaus. Der Teilstillstand von
US-Regierungsgeschäften zieht sich wohl noch bis mindestens
Dienstag. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner
Mike Johnson, sagte in der Sendung "Meet the Press" des Senders NBC
News, man beabsichtige, bis Dienstag die Haushaltsfinanzierung
sicherzustellen. Ob genügend Demokraten dem Ausgabenpaket dann auch
tatsächlich zustimmen, um die Regierungsgeschäfte wieder vollständig
zum Laufen zu bringen, ist laut mehreren US-Medien unsicher.
Die Demokraten haben bereits erreicht, dass das
Heimatschutzministerium von Ministerin Kristi Noem fürs Erste nur
eine Übergangsfinanzierung von zwei Wochen bekommt. Die Demokraten
wollen, dass die ICE-Einsatzkräfte bei ihrem Vorgehen gegen
Migranten nicht mehr vermummt auftreten dürfen und Kameras am Körper
- sogenannte Bodycams - tragen./aae/DP/he
AXC0098 2026-02-01/19:14
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.797,52 | 258,71 | 1,05% |
| TecDax | 3.641,51 | 28,10 | 0,78% |
| MDAX | 31.512,09 | 347,65 | 1,12% |
| Dow Jones (EOD) | 48.892,47 | -179,09 | -0,37% |
| Nasdaq 100 | 25.818,47 | 266,08 | 1,04% |
| S & P 500 (EOD) | 6.939,03 | -29,98 | -0,43% |
| SMI | 13.409,11 | 220,85 | 1,67% |
|
| EUR/US$ | 1,1785 | -0,01 | -0,61% |
| EUR/Yen | 183,4722 | 0,05 | 0,03% |
| EUR/CHF | 0,9201 | 0,00 | 0,43% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8633 | -0,00 | -0,33% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | -0,29% |
| CHF/US$ | 1,2808 | -0,01 | -0,90% |
|
| baha Brent Indication | 66,75 | -3,61 | -5,14% |
| Gold | 4.707,34 | -323,70 | -6,43% |
| Silber | 82,78 | -20,51 | -19,86% |
| Platin | 2.130,60 | -191,73 | -8,26% |
| |
|
|