| ROUNDUP 2/BVB-Sieg: Guirassy trifft wieder - Schlotterbeck spricht vom Titel |
| 01.02.2026 21:35:00 |
Nach dem glücklichen Sieg gegen den
Abstiegskandidaten 1. FC Heidenheim hat Borussia Dortmund
die Jagd auf den FC Bayern München eröffnet. "Man
muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu
sagen, wir wollen Meister werden. Es sind sechs Punkte, wir wollen
jetzt angreifen. Wir probieren, da zu sein. Vielleicht fangen die
Bayern jetzt an, nochmal zu überlegen", sagte Nationalspieler Nico
Schlotterbeck nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den Tabellenletzten,
der zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung lag.
Ausgerechnet Krisen-Stürmer Serhou Guirassy hatte Borussia Dortmund
zuvor mit einem Doppelpack neue Hoffnung im Meisterschaftsrennen der
Fußball-Bundesliga gegeben. Der seit Wochen formschwache Guirassy
drehte dabei mit einem Doppelschlag (68. Minute/Handelfmeter, 70.)
das Spiel, verschoss indes auch einen weiteren Foulelfmeter (85.).
Zuvor hatte sich zunächst Schlotterbeck den Ball zum Strafstoß
geschnappt, dann aber den Ball an Guirassy weitergereicht und das
Publikum ermuntert, Guirassy anzufeuern.
"Ich habe Serhou gefragt, ob er schießen will und er hat ja gesagt",
erklärte der BVB-Abwehrspieler die Szene vor dem 2:2-Ausgleich. Nur
zwei Minuten nach dem verwandelten Elfmeter traf Guirassy zum
3:2-Siegtreffer. Waldemar Anton (44.) hatte Dortmund zuvor in
Führung geschossen, Heidenheims Julian Niehues ebenfalls per
Doppelpack (45.+5/48.) den Außenseiter aber von der großen
Überraschung träumen lassen.
Egal, wie: Dortmund nutzt Bayern-Patzer aus
Am Ende blieben die Gäste aber weiter seit zwei Monaten sieglos. Auf
den Relegationsrang hat das Team von Trainer Frank Schmidt nun
bereits fünf Punkte Rückstand. "Das ist ein scheiß Ergebnis für uns.
Diese Niederlage haben wir nicht verdient. Das war glücklich für
Dortmund. Der BVB kommt aus dem Nichts zurück. Wir haben in der
zweiten Halbzeit lange dominiert. Ein 3:3 wäre ein gerechtes
Ergebnis gewesen", sagte Heidenheims Schmidt nach der Partie.
Anders der BVB, der das Bundesligateam ist, das am längsten
ungeschlagen ist. Mit 45 Punkten aus 20 Spielen stehen die Westfalen
so gut da wie seit Jahren nicht. Zudem nutzten die Dortmunder die
beiden Patzer von Tabellenführer München gegen Augsburg (1:2) und
gegen den HSV (2:2) aus und verkürzten den Rückstand binnen einer
Woche von elf auf sechs Zähler.
Trotz der sehr guten Tabellensituation der Dortmunder ließ das Spiel
einmal mehr arg zu wünschen übrig. Im ersten Durchgang war es vor
allem ein Hängen und Würgen, das die 81.365 Zuschauer zu sehen
bekamen. Dortmund spielte ohne jeglichen Esprit gegen den
Tabellenletzten. Ein Offensiv-Plan war kaum erkennbar. Die erste
Chance des Spiels hatten sogar die biederen Gäste. Doch Eren Dinkci
wirkte zu überrascht, als ihm der Ball nach knapp einer halben
Stunde im Strafraum vor die Füße fiel. Die Leihgabe des SC Freiburg
schob den Ball in die Arme von BVB-Keeper Gregor Kobel.
Lange Zeit schwaches BVB-Spiel
Auf der Gegenseite hatte Guirassy gut zehn Minuten später die große
Möglichkeit, seine Torflaute zu beenden. Der Guineer lupfte den Ball
indes an die Latte. Guirassy bekam trotz seiner anhaltenden
Formkrise einmal mehr die Chance von Beginn an und war auch an der
BVB-Führung beteiligt.
Den früheren Dortmunder Diant Ramaj im Heidenheimer Tor irritierte
der Angreifer nach einer Ecke so sehr, dass dieser den Ball fallen
ließ und Anton nur noch einschieben musste. Die ohnehin etwas
glückliche Führung hatte bis zur Pause dennoch keinen Bestand. Der
Heidenheimer Mathias Honsak trieb den Ball nach vorne und
profitierte dabei auch von einer Verletzung von Filippo Mané, der
das Laufduell abbrechen musste und in der Pause ausgewechselt wurde.
Im Strafraum verwertete Niehues den Ball im zweiten Versuch und
dabei im Fallen.
Als Heidenheim in Führung ging, tobte das Stadion
Und nach dem Seitenwechsel kam es noch dicker. Erneut Niehues
brachte den großen Außenseiter mit einem satten Weitschuss sogar in
Führung. Die Quittung dafür war ein wütendes Pfeifkonzert,
insbesondere der Fans auf der Südtribüne. Auffallend bei den
Gastgebern war vor allem das weiter unsaubere Passspiel, das Kovac
schon vor Wochen moniert hatte.
Kovac reagierte auf den Rückschlag und wechselte Maximilian Beier
und Carney Chuwuemeka ein. Die Angriffsbemühungen waren indes viel
zu umständlich und teilweise zu eigensinnig. Die Pfiffe nahmen immer
mehr zu und schlugen nach 67 Minuten aber Jubel um, nachdem
Schiedsrichter Jöllenbeck nach Intervention des Videoschiedsrichters
dem BVB nachträglich einen Handelfmeter zusprach. In Abwesenheit des
erkrankten Kapitäns Emre Can trat Guirassy an und traf zum
Ausgleich.
Dies schien den Angreifer, der zuvor erst einmal im neuen Jahr
getroffen hatte, zu beflügeln. Direkt mit dem nächsten Angriff
vollstreckte der 29-Jährige zur glücklichen Führung der Dortmunder,
die erst danach befreiter aufspielten. Guirassy war es indes auch,
der es in der Schlussphase verpasste, das Spiel per Foulelfmeter zu
entscheiden und den Ball über das Tor jagte./lap/DP/zb
ISIN DE0005493092
AXC0105 2026-02-01/21:35
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Autor: - dpa-AFX
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