| ROUNDUP: Gold und Silber nach Rekorden unter Druck - Auch Kupfer schwächelt |
| 02.02.2026 12:22:00 |
Bei Edelmetallen haben sich die Kursturbulenzen
in der neuen Woche fortgesetzt. Nach einem Höhenflug mit
Rekordpreisen bei Gold und Silber sind die Notierungen weiter auf
Talfahrt. Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) fiel am
Montag um mehr als vier Prozent auf 4.670 US-Dollar, nachdem er am
Freitag bereits um neun Prozent abgesackt war.
Zeitweise war der Goldpreis im frühen Handel sogar bis auf 4.402
Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit fast vier
Wochen. Das sind fast 1.200 Dollar oder etwa ein Fünftel weniger als
beim Rekordhoch am Donnerstag. Trotz des jüngsten Einbruchs ist Gold
immer noch etwas teurer als Ende 2025. Analysten bleiben
optimistisch gestimmt und rechnen in den kommenden Monaten mit
weiter steigenden Preisen.
Beim Silber fällt der Einbruch vom Rekordhoch noch drastischer aus.
Der Preis für eine Feinunze sackte am Montag zeitweise auf 71,38
Dollar, nach einem Rekordhoch von 121,65 Dollar in der vergangenen
Woche. Im Handelsverlauf konnte die Notierung aber einen Teil der
Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei 82,30 Dollar gehandelt.
Heftige Preisschwankungen gab es auch beim Preis für Kupfer, das
ebenso wie Silber auch ein wichtiger Rohstoff für die Industrie ist.
Unter anderem wird Kupfer in der Elektrotechnik, in der
Bauwirtschaft und im Maschinenbau gebraucht. Der Preis für Kupfer
fiel an der Börse in London am Montag um 5,7 Prozent auf 12.414
Dollar je Tonne. Hier war in der vergangenen Woche noch ein
Rekordhoch bei mehr als 14.500 Dollar erreicht worden.
Experten vom Edelmetallhändler Heraeus wiesen darauf hin, dass der
Preis für Platin von seinem Rekordstand bei 2.919 Dollar bis auf
1.885 Dollar je Unze korrigierte, was einem Rückgang von rund 35
Prozent entspricht. "Die Schwäche setzte bereits vor den Rückgängen
bei Gold und Silber ein, was die größere Abhängigkeit Platins von
Konjunktur und Industrieerwartungen widerspiegelt", heißt es in
einer Analyse von Heraeus.
Wesentlicher Auslöser für die Einbrüche bei den Preisen sind jüngste
Kursgewinne beim US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte
von der Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als
Nachfolger des US-Notenbankchef Jerome Powell durch US-Präsident
Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es
tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen
wird.
Da Metalle in der Regel in Dollar gehandelt werden, spielt der Kurs
der amerikanischen Währung eine wichtige Rolle für die Nachfrage.
Ein starker Dollar macht die Metalle auf dem Weltmarkt teurer, was
die Nachfrage bremst und die Preise belastet.
Hinzu kommen Spekulanten, die auf dem falschen Fuß erwischt wurden.
Diese hatten auf noch höhere Metallpreise gesetzt. Da diese
spekulativen Geschäfte oft über Kredit laufen, kommen die Investoren
bei fallenden Preisen schnell in Bedrängnis und müssen Positionen
verkaufen. Das setzt den Preis dann weiter unter Druck und löste
eine Abwärtsspirale aus.
Trotz der heftigen Marktturbulenzen haben Rohstoffexperten der
Deutschen Bank das Ziel für den Goldpreis nicht verändert und weiter
bei 6.000 Dollar je Unze im laufe dieses Jahres belassen. Ihrer
Einschätzung nach bleiben unter anderem Anleger in China ein
wichtiger Treiber bei den Goldkäufen.
Zuletzt haben vor allem geopolitischen Risiken die Preise für
Edelmetalle angetrieben. Hinzu kommt die Aussicht auf weiter
fallende Zinsen, die als Preistreiber wirkt. Beim Gold haben zudem
die Käufe von Notenbanken die Nachfrage hochgehalten. Auch Analysten
von Heraeus sehen die Gründe für steigende Preise weiter intakt:
"Fundamentale Veränderungen waren für die jüngste Entwicklung
hingegen nur von untergeordneter Bedeutung", heißt es in der
Analyse./jkr/jsl/jha/
ISIN XC0009655157
AXC0148 2026-02-02/12:22
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Autor: - dpa-AFX
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