| AKTIEN IM FOKUS 2: Halbleiter korrigieren - Morgan Stanley positiv zu Infineon |
| 02.02.2026 14:03:00 |
(neue Fassung mit aktuellen Kursen)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien aus der Halbleiterindustrie sind am
Montag den Vorgaben aus Übersee gefolgt und haben kräftig
nachgegeben. Dass US-Präsident Donald Trump am Freitag Kevin Warsh
als neuen Präsidenten der US-Notenbank Fed vorschlug, verpasste
Zinssenkungsfantasien einen Dämpfer. Denn: Warsh gilt eher als
"Falke", also als einer, der zu einem restriktiveren Zinspfad
tendiert, um die Inflation in den Griff zu bekommen.
Trump übt schon länger Druck auf den derzeitigen Fed-Chef Jerome
Powell aus, die Zinsen rasch zu senken. Anleger, die deshalb auf
eine bald zunehmend lockerere Geldpolitik gehofft hatten, reagieren
verschreckt. Vor allem die Gold- und Silberpreise gerieten nach
vorheriger Rally schwer unter Druck. Aber auch die im Vergleich zu
den Erwartungen an die Unternehmensgewinne teils sehr hoch
bewerteten Aktien von Tech-Unternehmen litten.
An der technologielastigen US-Börse Nasdaq ging es deshalb schon vor
dem Wochenende abwärts. Aktien wie Intel , Micron
, Applied Materials oder AMD
fielen am Freitag zwischen 4 und 6 Prozent und
dürften größtenteils an diesem Montag weiter fallen, wie
vorbörslichen Kurse nahelegen.
Asien folgte zum Wochenstart dem Trend. In Südkorea etwa rutschten
Samsung und SK Hynix an diesem Morgen
zwischen 5 und fast 7 Prozent ab, beide waren zuletzt wegen des
Booms bei schnellen Speicherchips aber auch stark gestiegen.
In Europa gaben im allgemein moderat freundlichen Börsenumfeld ASML
, STMicroelectronics und BE
Semiconductor jeweils etwas mehr als zwei Prozent ab.
Infineon im Dax erholten sich am
frühen Nachmittag weitgehend von ihren frühen Verlusten und zeigten
sich zuletzt stabil.
Eine Studie der US-Bank Morgan Stanley stützte das Infineon-Papier.
Die Analysten blicken fundamental betrachtet positiv auf den
deutschen Chiphersteller und sehen für diesen im Bau und Ausbau von
Rechenzentren einen strukturellen Wachstumsmotor. Sie hoben daher
ihr Kursziel von 45 auf 54 Euro an und bekräftigten ihre
"Overweight"-Einstufung.
Zu Trump hieß allgemein, dass dessen Vorgehen erneut verunsichere.
Viele Anleger seien von den Plänen des Präsidenten, ein
geldpolitisch eher konservatives Fed-Mitglied als neuen
Notenbankchef zu nominieren, überrascht worden.
Besonders deutlich seien Aktien von Technologieunternehmen mit Bezug
zu Künstlicher Intelligenz (KI) unter Druck geraten, da deren
Investitionen besonders hoch seien und sie daher reichlich günstiges
Geld benötigten. Nun würden Liquiditätssorgen geschürt, sagte ein
Analyst. Zugleich verwies er aber auch auf zusätzlich spürbare
Anzeichen einer Rally-Ermüdung dieser Aktien, die vor allem seit
Jahresanfang wieder einen starken Lauf hatten.
So sind etwa Infineon seit Anfang 2026 bereits um mehr als 10
Prozent gestiegen, BE Semiconductors um fast 21 Prozent und ASML
sogar um fast 30 Prozent.
"Die Erwartungen hinsichtlich der Gewinne der
Technologieunternehmen, der Halbleiter-Nachfrage und der Errichtung
von Rechenzentren in den USA sind explizit an die Skalierungsgesetze
der KI gekoppelt", hieß es von den Experten von BCA Research. "Diese
besagen, dass sich die Modellleistung historisch gesehen
exponentiell mit zunehmender Rechenleistung, Datenmenge und
Modellgröße verbessert hat. Diese Skalierungsgesetze dürften
kurzfristig weiterhin gelten, doch die Annahme einer
ununterbrochenen Verbesserung gerät zunehmend ins Wanken."
Mit Blick auf die Nominierung von Warsh schrieb BCA-Chefstratege
Felix Vezina-Poirier zudem: "Trotz etwaiger Bedenken hinsichtlich
der Unabhängigkeit der Fed während des Nominierungsprozesses gilt
Warsh als konventioneller Kandidat." Und so erwartet er, dass
dieser, ungeachtet seiner Zurückhaltung während des
Nominierungsprozesses, seine Ausrichtung beibehalten werde.
Warshs Handeln werde letztlich wichtiger sein als seine Aussagen,
auch wenn Äußerungen zu anderen politischen Themen jenseits der
Geldpolitik "genau beobachtet werden" sollten. Zudem hob der
Stratege hervor: "Selbst wenn sich Warsh früher für niedrigere
Zinsen aussprach, versuchte er, dies durch eine Verschärfung der
Finanzbedingungen mittels Bilanzabbau zu kompensieren."
Ein Bericht des "Wall Street Journal" vom Wochenende sorgte
Börsianern zufolge an diesem Morgen zusätzlich für Gewinnmitnahmen.
Unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen hatte die
Wirtschaftszeitung berichtet, dass Nvidia seinen
angekündigten 100-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI auf Eis gelegt
hat. Die Verhandlungen seien nicht über eine frühe Phase
hinausgekommen. Nvidia-Chef Jensen Huang sei unzufrieden mit OpenAI
und habe daher die Unverbindlichkeit des "Letters of Intent" betont,
hieß es. Gleichwohl werde sich Nvidia auch an einer neuen
Finanzierungsrunde von OpenAI beteiligen./ck/tih/mis
ISIN DE0006231004 KR7005930003 KR7000660001 NL0010273215 NL0012866412
AXC0177 2026-02-02/14:03
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.603,04 | -177,75 | -0,72% |
| TecDax | 3.613,05 | 7,33 | 0,20% |
| MDAX | 31.524,63 | -12,70 | -0,04% |
| Dow Jones (EOD) | 49.501,30 | 260,31 | 0,53% |
| Nasdaq 100 | 24.891,24 | -447,38 | -1,77% |
| S & P 500 (EOD) | 6.882,72 | -35,09 | -0,51% |
| SMI | 13.508,12 | 135,54 | 1,01% |
|
| EUR/US$ | 1,1802 | -0,00 | -0,04% |
| EUR/Yen | 185,2007 | -0,02 | -0,01% |
| EUR/CHF | 0,9173 | -0,00 | -0,07% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8647 | 0,00 | 0,01% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | -0,02% |
| CHF/US$ | 1,2865 | 0,00 | 0,01% |
|
| baha Brent Indication | 69,20 | 0,36 | 0,53% |
| Gold | 4.985,63 | 67,48 | 1,37% |
| Silber | 90,59 | 4,39 | 5,09% |
| Platin | 2.302,20 | 45,26 | 2,01% |
| |
|
|