| AKTIEN IM FOKUS 2: Emissionsthema bremst Heidelberg Materials - Chemie beflügelt |
| 04.02.2026 11:35:00 |
(Neu: Aktuelle Kurse, Autosektor, Analystenkommentare und
Evonik-Chef)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Bericht im "Handelsblatt" über die
Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU hat am
Mittwoch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus
fünf Prozent davon belastet wurde die Aktie von Heidelberg Materials
, während viele Chemietitel profitierten.
BASF stiegen im Dax mit plus 3,6
Prozent an die Spitze und im MDax erreichten Lanxess
, Wacker Chemie und Evonik
Kursgewinne von bis zu 6,4 Prozent.
In dem "HB"-Bericht heißt es unter Berufung auf einen hochrangigen
EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes
Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel (ETS),
abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher
vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive
Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten. Auch im
Autosektor reagierten Anleger am Mittwoch erleichtert.
Heidelberg Materials dagegen litt nach gutem Lauf unter der
Nachricht, denn die Aktien hatten erst vor wenigen Tagen ein
Rekordhoch über der 240-Euro-Marke erreicht. Laut einem Händler galt
der Zementkonzern als Vorreiter dabei, die Produktion emissionsfrei
zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer
bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer. Analyst Ben Rada
Martin von Goldman Sachs verwies denn auch auf die Zementpreise, die
kurzfristig unter niedrigeren Emissionseinflüssen leiden könnten.
Analystin Elodie Rall von JPMorgan schrieb indes, dass die aktuellen
Meldungen wohl den längerfristigen Rechtsrahmen für den
Emissionshandel nach 2030 prägen werden. Sie geht daher davon aus,
dass kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind -
und sieht in der Story noch keinen Wendepunkt. In dem
Sektorrückschlag sieht sie daher eine gute Möglichkeit, um Aktien
nachzukaufen.
Im Gegensatz zur Baustoffbranche steht die Chemiebranche an der
Börse schon lange schlecht da. Erst im Dezember hatte der
europäische Branchenindex ein Tief seit 2022 erreicht. Der Chef des
Chemiekonzerns Evonik , Christian Kullmann, fordert
mit Blick auf den europäischen Emissionshandel schon länger eine
Reform, um die Wettbewerbsfähigkeit eines besonders wichtigen
Wirtschaftszweigs in Europa zu sichern.
"Wir haben das weltweit schärfste CO2-Gebührenregime, aber das Klima
kennt keine Grenzen", sagte Kullmann im Herbst der "Süddeutschen
Zeitung". Er halte es daher für völlig falsch, eine Industrie, die
weltweit in der Spitzenklasse spiele, scharf mit zusätzlichen
Gebühren zu benachteiligen./tih/bek/mis
ISIN DE0006047004 DE000BASF111 DE0005470405 DE000WCH8881 DE000EVNK013
AXC0142 2026-02-04/11:35
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Autor: - dpa-AFX
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