| Aktien Frankfurt: Dax gibt nach - Emissionsthema bewegt Chemie- und Zementwerte |
| 04.02.2026 12:26:00 |
Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am
Mittwoch erneut Vorsicht walten lassen. Stützend wirkte einerseits
die anhaltende Erholung der Gold- und Silberpreise, deren scharfe
Korrektur vergangene Woche auch die Aktienmärkte belastet hatte.
Andererseits verwies die Commerzbank auf die
Besorgnis bezüglich der Einführung neuer Tools rund um Künstliche
Intelligenz (KI) und deren potenzielle Störung traditioneller
Geschäftsmodelle. Das hatte zuletzt vor allem die Aktien von
Software- und Datenbankanbietern belastet.
Der Dax schwankte um seinen Vortagesschluss und gab
zuletzt um 0,3 Prozent auf 24.711 Punkte nach. Am Dienstag hatte
sich der Leitindex letztlich kaum von der Stelle bewegt. Die runde
Marke von 25.000 Punkten, die am Dienstag nur kurz überwunden werden
konnte, bleibt damit eine große Hürde für das Börsenbarometer.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte stieg am
Mittwoch um 0,2 Prozent auf 31.607 Zähler. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1
Prozent nach oben.
Im Fokus blieben die geopolitischen Konfliktherde. So blicken
Anleger gespannt darauf, was Unterhändler Russlands und der Ukraine
in Abu Dhabi in Bezug auf ein erhofftes Kriegsende ausloten. Was den
Iran betrifft, hat das US-Militär offenbar eine iranische
Überwachungsdrohne unweit der Südküste des Landes abgeschossen.
"Die Vorsicht bleibt derzeit ein stetiger Begleiter bei den
Investoren", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das
Handelsgeschehen. "Zum einen bleibt die Situation im Nahen Osten
angespannt und zum anderen kommen immer mehr durchwachsene
Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte in die Finanzmärkte."
Auf Sektorebene hatte ein Bericht im "Handelsblatt" über die
Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die Europäische
Union unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus 7 Prozent davon
belastet wurden die Aktie von Heidelberg Materials ,
während viele Titel aus dem Chemiebereich davon profitierten. BASF
stiegen im Dax um 3,6 Prozent, und an der
Index-Spitze gewannen Brenntag 6,2 Prozent. Im MDax
zogen Evonik , Lanxess und Wacker
Chemie zwischen 5,2 und 6,7 Prozent an.
In dem Medienbericht hieß es unter Berufung auf einen hochrangigen
EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes
Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel,
abschwächen. Geplant sei, über einen längeren Zeitraum als bisher
vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive
Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.
Heidelberg Materials dagegen litt unter der Nachricht - laut
Händlern, weil Anleger zuletzt darauf gesetzt hätten, dass der
Zementkonzern ein Vorreiter dabei sei, die Produktion emissionsfrei
zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer
bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer.
Zudem richteten sich die Blicke auf Geschäftszahlen von Infineon
. Der Chipkonzern verzeichnete auch im ersten
Geschäftsquartal eine dynamische Nachfrage bei KI, während das
Marktumfeld ansonsten verhalten blieb. Die von Analysten viel
beachtete Marge für das operative Geschäft sank zwar, fiel aber
damit besser aus, als von Analysten zuvor erwartet. Angesichts des
Booms im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz im laufenden
Geschäftsjahr erhöht Infineon zudem seine Investitionen kräftig. Die
Aktien von Infineon rutschten im Handelsverlauf ins Minus und
verloren zuletzt 1,5 Prozent.
Die Papiere von PVA Tepla brachen als Schlusslicht im
Nebenwerteindex SDax um gut 13 Prozent ein. Das
Technologieunternehmen hatte im vergangene Jahr in einem anhaltend
schwierigen Marktumfeld weniger Umsatz erzielt und verdient. Zudem
enttäuschte der Ausblick./la/mis
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008 EU0009658145 DE0008467416
AXC0160 2026-02-04/12:26
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Autor: - dpa-AFX
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