| ROUNDUP: Evonik senkt Dividende - Hält 2026 Gewinnbelebung für möglich |
| 05.02.2026 14:20:00 |
Der Spezialchemiekonzern Evonik
senkt im weiterhin schwierigen Geschäftsumfeld die Dividende. "Wir
brauchen eine gute Balance zwischen einer angemessenen
Erfolgsbeteiligung für die Aktionäre und der Fähigkeit, zur
richtigen Zeit in die besten Zukunftsprojekte zu investieren und die
Verschuldung weiter abzubauen", begründete Evonik-Chef Christian
Kullmann am Donnerstag im Zuge der überraschenden Vorlage
vorläufiger Jahreszahlen die neue Ausschüttungspolitik. Analyst
Chris Counihan vom Investmenthaus Jefferies sprach in einer ersten
Reaktion von einem umsichtigen Schritt. Die Aktie stieg.
Für 2025 sollen die Aktionäre eine von 1,17 auf 1,00 Euro gekürzte
Dividende je Anteilsschein erhalten, was einer Dividendenrendite von
rund sieben Prozent entspricht. Für die Folgejahre sollen dann
zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses an die
Aktionäre gehen. Wäre dies bereits aktuell die Berechnungsbasis,
würde die Dividende ein gutes Stück unter einem Euro liegen.
Als Einzelorganisation am stärksten von der Kürzung betroffen ist
die RAG-Stiftung, die noch rund 45 Prozent an Evonik hält. Die
Stiftung trägt die Folgekosten aus dem deutschen Steinkohlebergbau
und ist daher auf regelmäßige Mittelzuflüsse angewiesen.
Die Branche ringt schon lange mit einer schwachen Konjunktur, sowie
zunehmender Konkurrenz aus China und tendenziell eher hohen
Energiepreisen in Deutschland.
2025 sank der Umsatz bei Evonik im Jahresvergleich um sieben Prozent
auf 14,1 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative
Ergebnis (bereinigtes Ebitda) fiel um neun Prozent auf 1,87
Milliarden Euro und damit in etwa wie von Analysten erwartet. Der um
Sondereffekte bereinigte Überschuss knickte um rund ein Fünftel auf
634 Millionen Euro ein. Jefferies-Experte Counihan sieht in den
Zahlen für Anleger dennoch Grund für eine zumindest kurzfristige
Erleichterung.
Für 2026 peilt Kullmann ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen sowie vor Sonderaufwendungen zwischen 1,7 und 2,0
Milliarden Euro an; die Analystenschätzung liegt bei gut 1,8
Milliarden. Angesichts der Weltlage sei das Gewinnziel "schon ganz
ambitioniert", so Kullmann. Dabei werde im Konzern allerdings auch
nicht davon ausgegangen, dass es im Verlauf des Jahres spürbar
besser wird.
Die schon lange arg gebeutelte Aktie knüpfte am Donnerstag mit einem
Kursplus von gut zwei Prozent an ihren jüngsten Erholungsversuch an.
Bereits am Vortag hatte das im MDax notierte Papier -
wie die gesamte Branche - kräftig zugelegt, nachdem das
"Handelsblatt" über Pläne der EU-Kommission berichtet hatte, an
Unternehmen länger als bisher vorgesehen kostenlose CO2-Zertifikate
auszugeben. Damit sollen energieintensive Unternehmen wie etwa die
Chemie entlastet werden.
Sollte es wirklich zu einer Reform der CO2-Gebühren kommen, sieht
Kullmann auch abseits der Kostenentlastung Vorteile. So will sich
Evonik schon länger vom C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze
für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien trennen, für den
dann womöglich ein höherer Preis möglich wäre. Allerdings bekommt
der Essener Konzern das träge Wirtschaftsumfeld besonders zu spüren,
sodass aktuell kein attraktiver Verkaufspreis zu erzielen
wäre./mis/tav/jha/
ISIN DE000EVNK013
AXC0227 2026-02-05/14:20
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Autor: - dpa-AFX
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