| ROUNDUP/Trotz Ergebnisrückgang: Jahresende bei ArcelorMittal besser als gedacht |
| 05.02.2026 14:24:00 |
Europas größter Stahlhersteller ArcelorMittal
hat trotz eines durchwachsenen Verlaufs im
Schlussquartal 2025 positiv überrascht. Analysten zeigten sich
erfreut, und an der Börse ging es daraufhin kräftig aufwärts. Die
Aktie setzte ihre bereits monatelang andauernde Rally fort.
Nach einem kleinen Rücksetzer zum Handelsbeginn schlugen die Papiere
des Stahlkonzerns wieder den Weg nach oben ein und markierten ein
weiteres Hoch seit dem Jahr 2011. Am frühen Nachmittag stand die
Aktie zuletzt noch mit 2,84 Prozent im Plus bei 48,89 Euro. In
diesem Sog stiegen auch die Kurse deutscher Wettbewerber wie
Thyssenkrupp und Salzgitter deutlich.
Im Schlussquartal 2025 habe das operative Ergebnis (Ebitda) von
ArcelorMittal die durchschnittliche Markterwartung um 4 Prozent
überboten, schrieb Analyst Ephrem Ravi von der Citigroup. Profitiert
habe das Unternehmen vor allem von gestiegenen Volumina in
Brasilien. Positiv hob Ravi auch einen deutlich verbesserten freien
Barmittelfluss und eine rückläufige Nettoverschuldung hervor.
Auch Jefferies-Analyst Cole Hathorn zeigte sich von der Entwicklung
im letzten Jahresviertel positiv überrascht. Zudem sei der Ausblick
des Konzerns dank der politischen Protektionsmaßnahmen ermutigend
ausgefallen.
ArcelorMittal wies in seiner Mitteilung vom Donnerstag für die drei
Monate bis Ende Dezember ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) von 1,59 Milliarden Dollar (1,35 Mrd Euro)
aus, nach 1,65 Milliarden ein Jahr zuvor. Von der Nachrichtenagentur
Bloomberg befragte Analysten hatten für das Quartal aber im Schnitt
mit einem noch deutlicheren Rückgang auf 1,55 Milliarden Dollar
gerechnet. Der Quartalsumsatz belief sich auf knapp 15 Milliarden
Dollar und ging damit im Vergleich zum Vorquartal zurück; im
Vergleich zum Vorjahr ergab sich indes ein Plus von knapp zwei
Prozent.
Unter dem Strich kehrte der Konzern im Schlussquartal wieder in die
schwarzen Zahlen zurück, nachdem im Vorjahr unter anderem wegen
höherer Kosten noch ein Verlust angefallen war. Im Gesamtjahr
verdiente ArcelorMittal 3,2 Milliarden Dollar, und damit fast das
Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts.
Unterdessen sieht der Konzern für das laufende und das kommende Jahr
weiteres Ebitda-Potenzial von zusammengenommen 1,6 Milliarden
US-Dollar durch kürzlich abgeschlossene oder noch laufende Projekte.
Dabei werde das Wachstum in diesem Jahr unterstützt unter anderem
durch die Inbetriebnahme in neuen Anlagen im brasilianischen Serra
Azul (Brasilien) und dem Ausbau der Eisenerzminen in Liberia. Ab
2027 werde weiteres Wachstumspotenzial erwartet etwa durch
Kapazitätserweiterungen in Indien, Mexiko und einem Projekt für
Elektrostahl im französischen Mardyck.
Die Pläne für eine Verschärfung der protektionistischen Maßnahmen
gegen Stahlimporte nach Europa begrüßte der Stahlhersteller
unterdessen erneut. "Geringere Importe werden zu einer höheren
Kapazitätsauslastung führen und die Rentabilität und Kapitalrendite
wieder auf ein gesundes, nachhaltiges Niveau bringen", hieß es in
der Mitteilung. Höhere Zölle würde die Aussichten für die gesamte
europäische Stahlindustrie strukturell verändern. Heimische Anbieter
dürften wieder Marktanteile gewinnen, wobei ArcelorMittal in der
Region besonders profitieren dürfte, hieß es weiter. Ähnlich hatte
sich der Konzern bereits vor einigen Monaten geäußert.
Die EU-Kommission hatte im Oktober eine deutliche Reduzierung der
zollfreien Einfuhrmengen für Stahl vorgeschlagen, für Einfuhrmengen
oberhalb der Quote soll sich der Steuersatz auf 50 Prozent
verdoppeln. Geplant sind die neuen Zölle für Juli, müssen aber noch
vom EU-Parlament gebilligt werden.
Europa will sich mit den höheren Zöllen vor allem gegen billigere
Importe aus China schützen. Nachdem bereits USA, Indien und
Lateinamerika strengere Schutzmaßnahmen in Gang gesetzt haben, gibt
es Sorgen vor einer Überschwemmung der europäischen Märkte mit Stahl
aus der Volksrepublik. China ausgeklammert, schätzt ArcelorMittal,
dass der weltweite Stahlverbrauch im laufenden Jahr um zwei Prozent
zulegen dürfte. Auch die Stahlproduktion und die Auslieferungen
dürften in allen Regionen ansteigen, dank operativer Verbesserungen
aber auch durch den Einfluss neuer Handelsbarrieren, hieß es vom
Konzern./tav/err/mis
ISIN LU1598757687
AXC0230 2026-02-05/14:24
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Autor: - dpa-AFX
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