| ROUNDUP 2: Qiagen sieht sich für weiteres organisches Wachstum gut aufgestellt |
| 05.02.2026 16:09:00 |
(neu: Kurs)
VENLO/HILDEN (dpa-AFX) - Der im Fokus von Übernahmespekulationen
stehende Dax-Konzern Qiagen hat 2025
von einer anziehenden Nachfrage nach seinen Kernprodukten
profitiert. Im neuen Jahr 2026 will der Labordienstleister und
Diagnostikanbieter in etwa so stark wachsen wie im vergangenen, auch
der Gewinn soll weiter steigen. Finanzchef Roland Sackers sieht den
Konzern insbesondere für die weitere Entwicklung aus eigener Kraft
gut positioniert. Die Übernahmespekulationen wollte der Manager am
Donnerstag derweil nicht kommentieren - dementierte sie aber auch
nicht ausdrücklich. Die Aktie gab im Verlauf deutlich nach.
Am Nachmittag stand die Aktie rund 3,6 Prozent tiefer. Damit setzt
sich die Talfahrt ausgehend vom vorangegangen Kurssprung fort. Mitte
Januar war das Papier wegen der Verkaufsfantasien binnen weniger
Handelstage um rund ein Fünftel angesprungen. Seitdem hat sie einen
Teil verloren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung
auf Insider berichtet, Qiagen habe sich Berater an die Seite geholt
und prüfe strategische Optionen, darunter auch seinen eigenen
Verkauf.
Finanzchef Sackers wollte dies nicht kommentieren, vom Manager kam
aber auch kein ausdrückliches Dementi der Gespräche. Die Branche
befinde sich in einer Konsolidierungsphase, und es sei deshalb ein
"gutes Zeichen", dass Qiagen "mit einem der attraktivsten
Portfolios" Interesse wecke. Generell sei es die Aufgabe eines
Unternehmens, sich in regelmäßigen Abständen umzuschauen. Der
Konzern nehme aber seine Verantwortung gegenüber seinen Aktionären
sehr ernst.
Qiagen setze den Fokus deshalb nach wie vor darauf, seine bis 2028
geltende Strategie umzusetzen und die mittelfristige Prognose "zu
erreichen oder zu übertreffen", so Sackers. Dabei stellte der
Manager angesichts der deutlichen Margenverbesserung im vergangenen
Jahr auch eine Erhöhung des Profitabilitätsziels für 2028 noch in
diesem Jahr in Aussicht. Es sei aber Aufgabe eines neuen
Konzernchefs, sich die Zahlen zunächst genauer anzuschauen.
Der amtierende Qiagen-Lenker Thierry Bernard hatte im November
mitgeteilt, dass er sein Amt aufgibt, sobald die Nachfolge geklärt
ist. Aktuell hat der Aufsichtsrat aber noch niemanden offiziell für
den Spitzenposten neu bestellt.
Qiagen bietet unter anderem Probentechnologien und diverse
Diagnostiklösungen wie etwa den Tuberkulosetest Quantiferon und die
Analysesysteme Qiastat-Dx und Qiacuity an. Nach einem starken Lauf
in der Pandemie dank einer hohen Nachfrage nach Covid-Tests und
einer anschließenden Nachfragedelle, geht es seit 2024 beim Konzern
wieder aufwärts. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte das
Management seine Prognosen mehrfach erhöht.
2025 erhielt das Unternehmen vor allem von seinen wichtigsten
Wachstumsträgern Schwung. Der Erlös stieg um sechs Prozent auf knapp
2,09 Milliarden Dollar (ca 1,77 Mrd Euro). Im Schlussquartal
schwächte sich die Wachstumsdynamik zwar ab, dennoch liefen die drei
Monate besser als vom Konzern selbst und auch von Analysten
erwartet. Unter dem Strich konnte Qiagen seinen Gewinn auf 425
Millionen Dollar verfünffachen - ein Jahr zuvor hatten noch
Restrukturierungskosten kräftig auf das Ergebnis gedrückt. Trotz
eines Bremseffekts durch die US-Zölle stiegen 2025 auch das
operative Ergebnis und die entsprechende Marge deutlich.
Die Anleger haben gute Aussichten, davon zu profitieren. "Wir
erwägen, der Hauptversammlung weitere Aktienrückkäufe
vorzuschlagen", sagte Sackers. "Auch eine Dividenderhöhung ist
etwas, was wir sicher intern diskutieren werden." Im vergangenen
Juli hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte den Aktionären
eine Bardividende von 25 US-Cent ausgezahlt.
Für 2026 peilt das Management nun abseits von Wechselkurseffekten
ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent an - und damit so viel
wie im Vorjahr. Dabei sollen Qiagens wichtigste Wachstumstreiber mit
plus 9 Prozent noch stärker wachsen. Berücksichtigt ist auch ein
erster Umsatzbeitrag von 40 Millionen Dollar durch die jüngst
erfolgte Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse Biosciences.
Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr zu
konstanten Umrechnungskursen auf mindestens 2,50 Dollar klettern,
verglichen mit 2,38 Dollar im vergangenen Jahr. Dabei wird für das
erste Quartal aber wegen einer verwässernden Wirkung durch den
Parse-Zukauf und wegen der Zölle ein leichter Rückgang um einen
US-Cent im Vergleich zum Vorjahr erwartet.
Rackers schätzt unterdessen, dass die höheren US-Zölle Qiagen im
weiteren Jahresverlauf im Vergleich zu 2025 keine wesentliche
Mehrbelastung bereiten dürften. Der Konzern habe einen großen Teil
der Zölle an Kunden weitergeben können, nun dürfte Qiagen auch seine
Logistikketten überarbeiten, um Zollaufschläge zu umgehen. Befragt
nach möglichen weiteren Übernahmen bekräftigte er, dass Qiagen
weitere ergänzende Zukäufe ins Auge nehme./tav/lew/stk/jha/
ISIN NL0015002SN0
AXC0265 2026-02-05/16:09
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Autor: - dpa-AFX
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