| ROUNDUP 3: Google-Mutter Alphabet will KI-Investitionen in etwa verdoppeln |
| 05.02.2026 16:17:00 |
(neu: Kurs)
MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) - Im Wettlauf der KI-Entwickler schraubt die
Google-Mutter Alphabet ihre
Milliarden-Investitionen drastisch hoch. Für das laufende Jahr
stellte der Internet-Riese Kapitalausgaben von 175 bis 185
Milliarden US-Dollar (148 bis 156,6 Mrd Euro) in Aussicht. Das Geld
dürfte unter anderem in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz
(KI) fließen. 2025 investierte Alphabet gut 91 Milliarden.
Google konkurriert bei KI unter anderem mit dem ChatGPT-Erfinder
OpenAI und dem Facebook-Konzern Meta . Gegen ChatGPT
und Co lässt Google seine KI-Software Gemini antreten. Allein die
Gemini-App kam zuletzt auf 750 Millionen Nutzer im Monat, die
Technologie kommt aber auch in Googles Suchmaschine zum Einsatz.
Zuletzt entschied sich auch Apple für die KI-Modelle
hinter Gemini als Basis für eine neue Version seiner
Sprachassistentin Siri. Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai
sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, Apple habe sich für
den Konzern als bevorzugten Cloud-Anbieter entschieden.
Was den Google-Chef nachts wachhält
Mit den Ausgabeplänen stellt Google auch Meta in den Schatten. Der
Facebook-Konzern prognostizierte für dieses Jahr zuletzt
Kapitalinvestitionen von 115 bis 135 Milliarden Dollar.
Zugleich sorgt sich die Google-Chefetage, dass man möglicherweise
selbst mit diesen gewaltigen Ausgaben nicht schnell genug sein
könnte. Einer der Analysten stellte die Frage, was die Firmenbosse
nachts wachhalte. Es sei "definitiv Computer-Kapazität" mit allen
möglichen Engpässen etwa bei Energie, verfügbaren Flächen und
Bauteilen, sagte Pichai. So verschlingt die Nachfrage nach
Speicherchips für KI-Rechenzentren einen großen Teil der weltweiten
Produktionskapazitäten. Als Folge steigen die Preise.
Googles Investitionsprognose sorgte für Kursgewinne bei
Chipanbietern, bei denen ein großer Teil der Ausgaben landen dürfte.
Aktien des bei KI-Halbleitern führenden Nvidia-Konzerns
stiegen am Donnerstag um 0,6 Prozent, für den
Chip-Anbieter Broadcom ging es gar um vier Prozent
aufwärts. Alphabet-Papiere verloren hingegen zuletzt mehr als drei
Prozent.
Die geplante Verdopplung der Investitionen spiegele die
anschwellenden Geschäfte mit KI-Tools und der Cloud wider, schrieb
Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies. Die hohe
Profitabilität, die erwirtschafteten Barmittel und die starke Bilanz
dürften die Investitionsbedürfnisse mehr als decken. Die
Abschreibungen als Folge früherer Megainvestitionen würden aber mehr
und mehr zu einem Gegenwind, schrieb Thill. Die Aktienrückkäufe habe
Alphabet im vierten Quartal schon deutlich zurückgefahren, wohl
wegen des Bedarfs an Geld für Investitionen.
Es gebe zwar Sorgen um die hohen Investitionen und deren Renditen,
schrieb Citi-Experte Ronald Josey. Angesichts klarer Anhaltspunkte
für die Nachfrage sollte Google seiner Meinung nach aber in Produkte
investieren und Kapazitätsengpässe angehen. Ross Sandler von
Barclays taxiert den freien Mittelzufluss im neuen Jahr nun in
Richtung Nulllinie - die Kapitalmärkte müssten sich damit abfinden,
den Konzern anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses zu bewerten und
nicht mehr über den Barmittelfluss. Die KI-Story werde besser und
die Geschäfte mit der Google-Suche zögen an - das sei das
Wichtigste.
Googles Werbegeschäft in KI-Ära weiter stark
Das Geld für den rapiden Ausbau liefert nämlich weiterhin vor allem
das auf Hochtouren laufende Werbegeschäft von Google. Es wuchs im
Schlussquartal im Jahresvergleich um rund 13,5 Prozent auf 82,3
Milliarden Dollar. Insgesamt legten die Konzernerlöse um 18 Prozent
auf 113,8 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verbuchte Alphabet
einen Konzerngewinn von fast 34,5 Milliarden Dollar - knapp 30
Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Entwicklung des Anzeigengeschäfts von Google wird sehr genau
beobachtet. Denn Google bringt in die Suchmaschine mehr mit Hilfe
von KI erstellte Zusammenfassungen ein, die Anfragen der Nutzer
direkt beantworten können - auch wenn sie mitunter fehlerhaft oder
ungenau sind, was dann vielen Nutzern mangels Überprüfung nicht
auffällt. Damit sinkt der Anreiz, auf Links zu Originalquellen neben
den Suchergebnissen zu klicken. Damit verdiente Google traditionell
das meiste Geld.
Pichai sagte nun, KI-Antworten in Suchergebnissen erhöhten die
Nutzung. Im KI-Modus stellten viele Leute weitere Fragen in der
Suchmaschine. Wenn Menschen erst einmal anfingen, auf
KI-Suchergebnisse zuzugreifen, nutzten sie die Funktion dann auch
mehr./so/DP/men/lew/jha/
ISIN US02079K3059 US0378331005 US67066G1040 US30303M1027 US02079K1079
AXC0267 2026-02-05/16:17
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Autor: - dpa-AFX
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