| Urteil: Rostbratwurst nicht auf Nürnberg beschränkt |
| 05.02.2026 16:31:00 |
Das Münchner Oberlandesgericht hat Metzgern und
Wurstfabrikanten bundesweit eine Sorge genommen: Der Schutzverband
Nürnberger Bratwürste hat in einem langwierigen Rechtsstreit um
Rostbratwürste mit einer niederbayerischen Metzgerei auch in der
zweiten Instanz verloren. Der sechste Senat des OLG hat die Berufung
des Nürnberger Verbands gegen das erste Urteil zurückgewiesen, wie
eine Gerichtssprecherin anschließend mitteilte.
Die Nürnberger Kläger hatte gegen die im niederbayerische
Geiselhöring ansässige Metzgerei Franz Ostermeier geklagt, weil
diese "Mini-Rostbratwürstchen" im Sortiment hat. Der Schutzverband
sieht darin einen Verstoß gegen den EU-weiten Schutz der
geografischen Herkunftsangabe "Nürnberger Rostbratwürstchen".
Niederbayerischer Metzger segelte nicht unter falscher Flagge
Allerdings hatte Ostermeier auch nie behauptet, dass seine
Rostbratwürstchen aus Nürnberg stammen. Auf der
Ostermeier-Verpackung finden sich weder das Wort "Nürnberg" noch
"Nürnberger", das gab im ersten Prozess 2024 den Ausschlag.
Die Kläger störten sich auch daran, dass das niederbayerische
Produkt dem fränkischen ähnelte. Sowohl in der ersten als auch nun
in der zweiten Instanz jedoch verlor der Nürnberger Verband.
"Nürnberger Rostbratwurst" seit 2003 geschützt
Das Verfahren war für Wursthersteller bundesweit von Interesse, weil
dem Nürnberger Vorbild ähnelnde Bratwürste nicht nur in Niederbayern
hergestellt werden. Ostermeier hatte in einer Mitteilung nach dem
ersten Urteil erklärt, vom Ausgang des Verfahrens seien mehr als
7.000 andere Wursthersteller beziehungsweise Metzger betroffen.
Die geografische Herkunftsangabe "Nürnberger Rostbratwürste" ist
seit 2003 geschützt. Der Schutz bekannter regionaler Erzeugnisse
soll verhindern, dass Nachahmer aus ganz anderen Regionen
Deutschlands und der restlichen Welt ihre Produkte mit falscher
Herkunft anpreisen./cho/DP/he
AXC0275 2026-02-05/16:31
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Autor: - dpa-AFX
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