| ROUNDUP 2/Weißes Haus: Verhandlungen mit dem Iran am Freitag |
| 05.02.2026 21:46:00 |
(Aktualisierung: Offizielle Bestätigung, US-Finanzminister Bessent)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA wollen an diesem Freitag im Golfstaat
Oman neue Verhandlungen mit dem Iran über dessen umstrittenes
Atomprogramm aufnehmen. Für die Vereinigten Staaten sollen der
Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident
Donald Trump, Jared Kushner, dabei sein. Das Weiße Haus bestätigte
die zuvor bereits vom Iran angekündigten Gespräche.
Trump habe sich klar gegen jegliche nukleare Aktivitäten des Irans
ausgesprochen, sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Er
wolle prüfen, ob ein Abkommen erzielt werden könne. Leavitt verwies
darauf, dass Trump als Oberbefehlshaber "der mächtigsten Armee der
Welt neben der Diplomatie noch viele weitere Optionen zur Verfügung"
stünden.
Unklar bleibt die Tagesordnung. Der Iran möchte sich laut
Außenminister Abbas Araghtschi auf das iranische Atomprogramm und
eine mögliche Lockerung von Sanktionen beschränken. Die USA drängen
hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die
Unterstützung von Irans Verbündeten wie der Hamas im Gazastreifen,
der Hisbollah-Miliz im Libanon und der Huthi im Jemen Themen sein
müssten.
Bereits am Mittwoch hatte Araghtschi die Atomgespräche für Freitag
um 10.00 Uhr (Ortszeit) in der omanischen Hauptstadt Maskat
angekündigt. Kurz zuvor hatte es noch Medienspekulationen darüber
gegeben, dass das Format abgesagt worden sei.
Diplomatie statt Angriffe?
Trump hatte vor wenigen Wochen erklärt, beide Länder wollten wieder
miteinander sprechen. Zuvor hatte der Republikaner der iranischen
Führung noch mit Angriffen gedroht, nachdem der iranische
Sicherheitsapparat brutal gegen Massenproteste vorgegangen war.
Am Mittwoch richtete Trump warnende Worte an den obersten Führer des
Landes. Auf die Frage, ob Ajatollah Ali Chamenei aktuell besorgt
sein solle, antwortete Trump dem Sender NBC News: "Ich würde sagen,
er sollte sehr besorgt sein." Einen konkreten Grund dafür nannte
Trump in dem Zuge nicht direkt. Er verwies aber auf Verhandlungen
beider Länder. Im Falle, dass der Iran versuche, sein Atomprogramm
wiederaufzubauen, drohte der US-Präsident damit, der Führung des
Landes "schlimme Dinge" anzutun.
Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das
autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert
hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen
Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche der Regierung in
Teheran nun den Rücken stärken. Tausende Demonstranten sollen in den
Nächten des 8. und 9. Januar getötet worden sein.
Vance hält Diplomatie mit dem Iran für schwierig
Ob der diplomatische Weg erfolgreich sein wird, ist unklar -
US-Vizepräsident JD Vance hält Diplomatie mit dem Iran für
außerordentlich schwierig. Grund dafür sei, dass Ajatollah Chamenei
zwar alle strategischen Entscheidungen treffe, aber nicht direkt mit
den USA spreche. "Es ist bizarr, dass wir nicht einfach mit der
tatsächlichen Führung eines Landes sprechen können. Das erschwert
Diplomatie ganz erheblich", sagte Vance in der "Megyn Kelly Show".
Vance sagte weiter: "Offen gesagt halte ich es für außerordentlich
schwierig, mit ihnen Diplomatie zu betreiben. Die Person, die im
Iran die Entscheidungen trifft, ist der Oberste Führer. Der
Präsident, so heißt es, hat kaum Einfluss und spielt keine
entscheidende Rolle. Der Außenminister scheint mit dem Obersten
Führer zu sprechen, und das ist im Wesentlichen die Person, mit der
wir kommuniziert haben." Das mache alles deutlich komplizierter und
die gesamte Situation wesentlich absurder.
US-Minister über Irans Führung: Ratten verlassen das Schiff
US-Finanzminister Scott Bessent ging die Führung in Teheran derweil
ungewöhnlich scharf an. Die US-Regierung habe gesehen, wie die
iranische Führung "wie verrückt Geld außer Landes" schaffe. "Die
Ratten verlassen also das sinkende Schiff", sagte er vor einem
Senatsausschuss. Bessent wertete dies als "gutes Zeichen", dass
Teheran wisse, dass das Ende nahen könne./ngu/DP/he
AXC0333 2026-02-05/21:46
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Autor: - dpa-AFX
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