| ROUNDUP/Bayer: Asundexian senkt Schlaganfallrisiko deutlich - JPM: Daten positiv |
| 05.02.2026 21:54:00 |
Bayer hat die von vielen
Aktionären heiß ersehnten detaillierten Studiendaten zur
Milliarden-Pharmahoffnung Asundexian veröffentlicht: Die Tests
ergaben eine Reduzierung der Anzahl von wiederkehrenden
Schlaganfällen um gut ein Viertel. Die am frühen Donnerstagabend
deutscher Zeit auf einem Fachkongress in New Orleans vorgestellten
Daten sind wichtig, um das Marktpotenzial des Mittels nach einer
möglichen Zulassung abschätzen zu können. Für den Branchenexperten
Richard Vosser von der Bank JPMorgan untermauern die
Studienergebnisse die Stärke von Asundexian bei der Vermeidung eines
zweiten Schlaganfalls.
Bayer testete das Mittel in der zulassungsrelevanten Studie
Oceanic-Stroke an mehr als 12 000 Probanden, die zuvor einen
nicht-kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder eine
Hochrisiko-Transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hatten.
Bei Letzterem handelt es sich um eine Art "Mini-Schlaganfall" mit
einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns.
Konkret zeigten die Tests laut dem Konzern, dass Asundexian bei
einmal täglicher Gabe im Vergleich zu einem Placebo das Risiko eines
weiteren Schlaganfalls jeglicher Art (ischämisch oder hämorrhagisch)
um 26 Prozent senkt. Auch reduzierte Asundexian signifikant den
sogenannten kombinierten Endpunkt der Studie aus kardiovaskulärem
Tod, Herzinfarkt (MI) oder Schlaganfall sowie den zusammengesetzten
Endpunkt aus Tod jeglicher Ursache, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Dabei erhielten die Patienten in allen Gruppen - auch der mit
Placebo - zusätzlich einen Thrombozytenaggregationshemmer, der dafür
sorgt, dass Blutplättchen nicht verklumpen und Blutgerinnsel bilden.
Überdies konnte Bayer bei der Vergabe von Asundexian im Vergleich
zum Placebo keinerlei Erhöhung bei der Rate schwerer, sogenannter
ISTH-Blutungen feststellen. Das Risiko für leichte Blutungen, einen
hämorrhagischen Schlaganfall, symptomatische intrakranielle
Blutungen und tödliche Blutungen sei ähnlich hoch wie bei einem
Placebo gewesen, hieß es weiter.
Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Bayer noch eine andere
Phase-III-Studie zu Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern und
Schlaganfallrisiko wegen eines Misserfolgs vorzeitig beendet. Davor
hatte der Konzern dem Mittel einen Jahresspitzenumsatz von mehr als
5 Milliarden Euro zugetraut. Ganz so viel dürfte es laut Experten
bei einer Zulassung in der nun untersuchten anderen Anwendung zwar
nicht werden, dennoch seien Milliardenerlöse denkbar.
Die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux
gehen laut einer Einschätzung von Ende Januar im Fall eines
"ordentlichen" Ergebnisses von einem erreichbaren
Jahresspitzenumsatz von einer Milliarde Euro aus. Dies dürfte auch
von Branchenkennern insgesamt so erwartet werden, schrieben die
Kepler-Experten. Bei "exzellenten" Studienresultaten wären laut
Faitz und Evans sogar zwei Milliarden Euro denkbar.
JPMorgan-Analyst Vosser rechnete bisher mit einem
Jahresspitzenumsatz von 1,4 Milliarden Euro nach 2035 sowie mit
Erlösen von rund 100 Millionen Euro im Jahr 2028. Nach den nun
vorgelegten detaillierten Studiendaten sieht er aber Luft nach oben,
sowohl bei den anfänglichen Erlösen sowie beim Spitzenumsatz.
Allerdings hänge das Umsatzpotenzial auch vom Abschneiden der
Konkurrenz ab. So stünden für den Wirkstoff Milvexian wichtige
Studienergebnisse seitens Johnson & Johnson und
Bristol Myers Squibb Ende 2026 sowie Anfang 2027 an.
Für die Bayer-Aktie ging es am Donnerstagabend auf der
Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss zuletzt um
gut dreieinhalb Prozent auf 46,48 Euro nach oben.
Schlaganfälle gelten weltweit als die zweithäufigste Todesursache.
Laut Bayer erleiden jährlich etwa 12 Millionen Menschen einen
Schlaganfall, davon seien 20 bis 30 Prozent rezidiv, also
wiederkehrend. Trotz Behandlung bleibe das Risiko für solche
sekundären Schlaganfälle hoch. Wie bereits bekannt, will Bayer die
aktuellen Studiendaten bei Gesundheitsbehörden zur Beantragung von
Marktzulassungen für Asundexian einreichen. In den USA hat der
Konzern für das Mittel bereits für bestimmte Schlaganfall-Patienten
den sogenannten ?Fast-Track?-Status erhalten, der eine schnellere
Zulassung bei vielversprechenden Arzneikandidaten
erlaubt./mis/tav/he
ISIN DE000BAY0017
AXC0337 2026-02-05/21:54
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Autor: - dpa-AFX
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