| ROUNDUP: Deutsche Industrieproduktion sinkt - 'Pause' bei der Erholung |
| 06.02.2026 09:00:00 |
In der deutschen Industrie ist die Produktion
Ende des vergangenen Jahres erstmals seit mehreren Monaten wieder
gesunken. In den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes ging die
Fertigung im Dezember unter anderem wegen einer niedrigen Produktion
in der Autoindustrie überraschend deutlich zurück. Im
Monatsvergleich fiel die Produktion um 1,9 Prozent, wie das
Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Dies ist
der erste Produktionsdämpfer nach drei Anstiegen in Folge. Trotz des
Rückschlags erwarten Ökonomen weiter eine Erholung der Industrie
nach der Krise.
Analysten hatten einen Dämpfer erwartet. Sie waren im Schnitt aber
nur von einem leichten Rückgang um 0,3 Prozent ausgegangen. Zudem
wurden die Produktionsdaten für den Vormonat nach unten revidiert.
Im November war die Fertigung demnach nur um 0,2 Prozent gestiegen.
Zuvor war ein Zuwachs um 0,8 Prozent gemeldet worden.
Auch die Entwicklung im Jahresvergleich lieferte eine negative
Überraschung. Hier wurde für Dezember ein Rückgang um 0,6 Prozent
ermittelt, während Analysten einen Anstieg um 1,9 Prozent erwartet
hatten.
Das Bundesamt erklärte den Produktionsdämpfer mit der geringeren
Produktion in der Autoindustrie, die im Monatsvergleich um 8,9
Prozent gesunken sei. Deutliche Rückschläge gab es auch bei der
Fertigung im Maschinenbau sowie insbesondere bei der Wartung und
Montage von Maschinen.
Allerdings zeigte sich in den einzelnen Bereichen der Industrie eine
uneinheitliche Entwicklung. So ist die Produktion im sonstigen
Fahrzeugbau, in dem unter anderem auch Militärfahrzeuge und
Flugzeuge enthalten sind, um 10,5 Prozent gestiegen. Darüber hinaus
ist auch die Produktion im Baugewebe leicht gestiegen.
Der Produktionsdämpfer erfolgte, nachdem sich in der deutschen
Industrie zuletzt Zeichen für ein Ende der langen Krise gemehrt
hatten. So waren am Vortag Daten zum Auftragseingang in der
Industrie überraschend stark ausgefallen, was bei Ökonomen die
Hoffnung auf eine Trendwende weckte.
Das Bundeswirtschaftsministerium sieht in den schwachen
Produktionsdaten nur einen zeitweisen Rückschlag. Angesichts der
spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten sei der Rückgang
"eher als Pause" zu sehen, heißt es in einer Stellungnahme. Der
zuletzt kräftige, vor allem vom Inland getragene Anstieg der
Auftragseingänge deute vielmehr auf eine fortgesetzte Erholung der
Industrieproduktion in den kommenden Monaten hin.
"Die überraschend starken Auftragseingänge werden die
Industrieproduktion in den kommenden Monaten merklich anschieben",
sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Es rechnet mit
besseren Zeiten "nicht nur für die deutsche Industrie, sondern auch
für die gesamte deutsche Wirtschaft"./jkr/jha/
AXC0058 2026-02-06/09:00
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Autor: - dpa-AFX
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