| WOCHENAUSBLICK: US-Job- und Preisdaten könnten dem Dax etwas Schwung verleihen |
| 06.02.2026 15:21:00 |
Die Marke von 25.000 Punkten könnte sich für
den Dax auch in der neuen Woche als hohe Hürde
erweisen. Die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Künstliche
Intelligenz haben ebenso wie die anhaltenden geopolitischen Sorgen
jederzeit das Zeug dazu, den deutschen Leitindex erneut zu belasten.
Andererseits könnten wichtige Konjunkturdaten aus den USA das
Börsenbarometer stützen, wenngleich viel Positives bereits in den
Kursen berücksichtigt zu sein scheint. Unter dem Strich spricht
einiges dafür, dass der Dax wohl erneut keine eindeutige Richtung
finden dürfte.
"Einen klaren Trend bleibt der Dax den Anlegern weiterhin schuldig",
schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Nachdem die
Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, jüngst
einer Zinssenkung im Euroraum eine Absage erteilt hatte, verlagere
sich die Hoffnung der Anleger nun auf positivere Signale aus den
USA. Angesichts der jüngsten Pendelbörse dürfte es bereits genügen,
wenn der Arbeitsmarktbericht am Mittwoch und die Inflationsdaten am
Freitag die Tür zu weiteren Zinssenkungen der Notenbank Fed im
laufenden Jahr nicht gänzlich zuschlügen.
Am Markt wird aktuell damit gerechnet, dass die Fed 2026 die
Leitzinsen zweimal senkt, um Investitionen sowie Kredite billiger zu
machen und die Konjunktur damit anzukurbeln. Falls vom Lohnwachstum,
von der Beschäftigung oder der Preisentwicklung keine allzu
negativen Impulse ausgehen, dürfte der Zinspfad auch nicht infrage
gestellt werden. Sollten die Konjunkturdaten positiv überraschen,
könnten sie die Zinssenkungsfantasie entsprechend untermauern.
Aktienstratege Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen
(Helaba) mahnte dennoch zur Vorsicht. Zwischen der Bewertung am
Aktienmarkt und dem Konjunkturverlauf habe sich seit geraumer Zeit
eine enorme Lücke aufgetan. Besser werdende Konjunkturdaten würden
somit lediglich das nachvollziehen, was Aktien bereits seit Monaten
eingepreist hätten. Die verhaltene Reaktion auf die zuletzt starken
Daten zu den deutschen Auftragseingängen sei ein Beleg dafür.
Darüber hinaus hinterfragten Anleger inzwischen zunehmend, ob die
mit dem Thema Künstliche Intelligenz verbundene Wachstums- und
Gewinnfantasie etwas überzogen war, fuhr Reinwand fort. Insofern
dürfte der Dax in der neuen Woche wohl eher einen
Konsolidierungskurs einzuschlagen, anstatt deutlich zu steigen.
Nach Auffassung von Robert Greil, dem Chefstratege der Privatbank
Merck Finck, wird die Geopolitik zwar weiterhin die Schlagzeilen der
Weltpresse beherrschen - mit entsprechenden potenziellen
Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Gleichzeitig aber betonte der
Fachmann: "Bei allen Unsicherheitsfaktoren sollte der Blick auf das
Wesentliche, nämlich die wieder etwas dynamischer wachsende
Weltwirtschaft und die rasanten Entwicklungen im KI-Bereich,
beibehalten werden - denn hier spielt die eigentliche Börsenmusik."
Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen zum abgelaufenen
Jahr in eine neue Runde. Recht vollgepackt ist dabei die Agenda am
Mittwoch und am Donnerstag. Zur Wochenmitte veröffentlichen unter
anderem aus dem Dax die Commerzbank , der
Energietechnikkonzern Siemens Energy und die Deutsche
Börse ihre Resultate, wobei letztere erst nach
Börsenschluss auf den Plan tritt.
Am Donnerstag folgen insbesondere der Autobauer Mercedes-Benz
und der Technologiekonzern Siemens ,
der sich aktuell mit dem Softwareriesen SAP ein
Wettrennen um den Titel des wertvollsten Dax-Unternehmens liefert.
Sowohl bei SAP als auch bei Siemens dürften Anleger genau darauf
achten, inwiefern die Künstliche Intelligenz die jeweiligen
Geschäftsmodelle bedrohen kann./la/jsl/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN DE0008469008
AXC0165 2026-02-06/15:21
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Autor: - dpa-AFX
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