| AKTIEN IM FOKUS 2: KI-Investitionen bereiten auch bei Amazon Kopfzerbrechen |
| 06.02.2026 16:50:00 |
(neu: Kurse aktualisiert, Nvidia und Broadcom)
NEW YORK (dpa-AFX) - Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz
(KI) haben am Freitag die Anleger von Amazon
verschreckt - wie zuletzt schon bei Alphabet und Meta. Die Aktien
des Handelsriesen brachen im frühen US-Handel um bis zu zehn Prozent
ein und drohten dabei erstmals seit Mai wieder unter die
200-Dollar-Marke zu rutschen. Kurz darüber konnten sie sich aber
behaupten, zuletzt war das Minus dann mit 205 Dollar noch acht
Prozent groß.
Anders als noch über weite Strecken der vergangenen Jahre versuchen
die Anleger neuerdings stärker potenzielle Gewinner und Verlierer
des KI-Booms zu unterscheiden. Zudem hinterfragen sie immer häufiger
milliardenschwere Investitionen in den neuen Megatrend. Anleger
stellen sich dabei die Frage, ob die gewaltigen Beträge überhaupt
zurückverdient werden können.
Amazon ist nun nach Alphabet und Meta
der nächste im Bunde, deren Kurse am Freitag um nochmals bis zu 2,5
Prozent fielen. Alphabet hatte unlängst Kapitalausgaben von bis zu
185 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, während Meta bis zu 135
Milliarden Dollar anpeilt. Wie am Vorabend bekannt wurde, übertrifft
Amazon seine ausgabefreudigen Tech-Rivalen sogar noch.
Der Konzern, der sich von einem Handelskonzern zu einem breiter
aufgestellten Internetriesen mit starkem Cloud-Geschäft gewandelt
hat, will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips,
Robotik und Satelliten stecken. Dies half umgekehrt bei der Erholung
einiger Aktien, die als Infrastruktur-Ausrüster von solch üppigen
Investitionen profitieren könnten. So legten Broadcom
und Nvidia um etwa fünf Prozent zu.
Laut Amazon-Chef Andy Jassy soll der Großteil des Geldes in den
Ausbau von KI-Infrastruktur gehen. Er rechnet auf lange Sicht mit
einer profitablen Geldanlage. Den Investoren geht das offensichtlich
nicht zügig genug, die KI-Sorgen am Markt verschärften sich jüngst.
"Die Anleger wollen schnellere Ergebnisse sehen", sagte
Jefferies-Branchenexperte Brent Thill fest. Amazon müsse
Vertrauensaufbau leisten. Der Handelsriese ist stark im Geschäft mit
Rechenleistung und Cloud-Speicher - und profitiert damit auch vom
Boom bei Künstlicher Intelligenz.
"Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde
Flucht", kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Die
Anlegerstimmung erscheine aktuell wie das Negativ des Booms von
2021. Beim Kursrutsch von Amazon geht es aus seiner Sicht nicht nur
um eine einzelne Aktie. Der Markt verlange allgemein Antworten,
inwiefern sich die hohen KI-Investitionen auszahlen und ob dies in
Quartalen oder Epochen gemessen werde.
Im laufenden Jahr dürften die Investitionen von Amazon, Alphabet,
Meta und Microsoft um rund 60 Prozent zulegen, während der Markt nur
mit einem Plus von etwa 40 Prozent gerechnet habe, schrieb
RBC-Analyst Srini Pajjuri. Er erwartet auch im nächsten Jahr
weiterhin erhöhte Ausgaben. Der Kampf um die Führungsrolle bei KI
sei noch lange nicht ausgefochten. Es sei allerdings angesichts von
Teilemangel und Energieengpässen fraglich, ob die vier Konzerne die
angepeilten Summen am Ende überhaupt vollständig ausgeben könnten.
Mit den am Freitag drohenden Verlusten zeichnet sich für die
Amazon-Aktien ein Minus von mehr als zehn Prozent im noch jungen
Jahr ab. Vom Anfang November erreichten Rekordhoch bei 258,60 Dollar
wären die Papiere damit um rund ein Fünftel zurückgekommen. Die
Anteilscheine von Alphabet hatten erst am Dienstag eine Bestmarke
aufgestellt, gerieten dann angesichts der KI-Sorgen aber ebenfalls
merklich unter Druck. Bei Meta war kurzzeitige Euphorie mit Blick
auf die Investitionen Ende Januar schnell wieder vorbei, Microsoft
schwächelt ohnehin bereits seit geraumer Zeit.
Die am Donnerstag nach New Yorker Handelsschluss veröffentlichten
Quartalszahlen von Amazon gerieten angesichts der geplanten
Investitionen in den Hintergrund. Dabei habe sich das Wachstum der
Cloud-Sparte AWS wieder beschleunigt, lobte Goldman-Analyst Eric
Sheridan. Außerdem habe ihn die operative Marge in diesem
Geschäftsbereich positiv überrascht. Die Nachfragetrends im
Onlinehandel und Werbegeschäft hätten seine Schätzungen leicht
übertroffen./niw/ag/mis/tih/he
ISIN US02079K3059 US5949181045 US0231351067 US30303M1027 US02079K1079
AXC0191 2026-02-06/16:50
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Autor: - dpa-AFX
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