| Dow knackt magische Marke von 50.000 Punkten |
| 06.02.2026 21:50:00 |
Der Dow Jones Industrial hat am
Freitag seine jahrelange Rekordjagd mit dem Sprung über die viel
beachtete Marke von 50.000 Punkten gekrönt. Bereits seit Jahren
treiben die robuste US-Wirtschaft, die sprudelnden
Unternehmensgewinne und nicht zuletzt das billige Geld der Notenbank
den Leitindex in immer höhere Sphären. Dabei fielen die
10.000er-Marken in immer kürzeren Zeitabständen. Experten zufolge
könnte der Dow in diesem Jahr noch eine Schippe drauflegen, auch
wenn die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump weiter für
Unruhe sorgen dürfte.
Aus marktpsychologischer Sicht könnte allein schon die Tatsache,
dass der Dow den magischen Wert von 50.000 Punkten geknackt hat,
erst einmal für weiter steigende Kurse sorgen - ungeachtet der
fundamentalen Wirtschaftsdaten. "Runde Marken wirken, weil Menschen
in Mustern denken und unser Gehirn Abkürzungen liebt", erklärte
Roland Schmack von der Vermögensverwaltung Meine Werte in Münster.
Der Mechanismus dabei: Das Gehirn kann dem Experten zufolge glatte
Zahlen besser verarbeiten und speichern. Markante Schwellenwerte
dienen demzufolge als mentale Anker, vereinfachen komplexe Zahlen
und werden zu natürlichen Orientierungsmarken. Schmack fuhr fort:
"Die Magie ist hausgemacht. Da Millionen von Anlegern gleichzeitig
auf dieselbe Marke starren, setzen sie dort bevorzugt ihre
Limit-Orders, Stopp-Kurse und Gewinnmitnahmen." Die Schwelle von
50.000 Punkten gelte als besonders "magisch", weil sie psychologisch
genau in der Mitte zwischen zwei großen Zehnerpotenzen liege, leicht
kommunizierbar sei und sich dadurch kollektiv im Markt verfestige.
Experten sehen gleichwohl auch einige handfeste Argumente, die für
weitere Gewinne an den US-Börsen sprechen. Zweifellos stehe der
US-Aktienmarkt derzeit vor einigen Herausforderungen, schrieb etwa
Stefan Braun, Globaler Leiter Systematische Strategien bei dem
Vermögensverwalter Oddo BHF. Der Experte verwies unter anderem auf
geopolitische Spannungen, sich verändernde Handelsdynamiken und
Anzeichen eines sich abkühlenden Arbeitsmarktes. Doch trotz dieser
Herausforderungen zeige sich die US-Wirtschaft im weltweiten
Vergleich weiterhin beeindruckend widerstands- und anpassungsfähig.
Für eine Abkehr von US-Aktien wäre es daher verfrüht, fuhr Braun
fort und ergänzte: "Die amerikanische Wirtschaft wird weiterhin
getragen von einem großen, diversifizierten Binnenmarkt und einem
starken Dienstleistungssektor." Die Politik trage mit den jüngsten
fiskalpolitischen Maßnahmen und gezielter Deregulierung dazu bei,
externe Belastungen abzufedern. Zudem "dürfte die lockere
Geldpolitik der US-Notenbank nach unserer Einschätzung noch für
einige Zeit ein vorteilhaftes Umfeld für Liquidität und Bewertungen
schaffen", ergänzte der Experte.
Skeptischer äußerte sich Nelson Yu, Leiter Aktien beim Research- und
Investment-Management-Unternehmen AllianceBernstein. Er sieht den
US-Aktienmarkt mit Gegenwind unter anderem durch hohe Bewertungen
konfrontiert. "Trotz der Underperformance gegenüber den
Nicht-US-Märkten im vergangenen Jahr bleiben US-Aktien im globalen
Vergleich teuer", mahnte der Experte.
Dies könnte Yu zufolge erklären, warum die Berichtssaison zuletzt
zunehmend erratisch verlaufen sei. Historisch gesehen seien positive
Gewinnüberraschungen bei US-Unternehmen in der Regel mit einer
Outperformance der Aktien honoriert worden. Im vergangenen Jahr
blieb dieser Effekt laut dem Experten jedoch aus: "Selbst
Unternehmen, die die Erwartungen übertrafen, wurden nicht belohnt,
während Aktien von US-Unternehmen, die die Prognosen verfehlten,
deutlich stärker abgestraft wurden."/la/tih/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
ISIN US2605661048 US78378X1072
AXC0233 2026-02-06/21:50
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Autor: - dpa-AFX
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