| Ischinger: Schicksalsfrage für Europa, wie der Ukraine-Krieg endet |
| 07.02.2026 10:46:00 |
Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Münchner
Sicherheitskonferenz könnte sich die russische Bedrohung an der
Nato-Ostflanke nach einem Waffenstillstand in der Ukraine
verschärfen. "Solange die Ukraine Europa verteidigt, ist die Gefahr
nicht so groß.", sagte Wolfgang Ischinger dem "Tagesspiegel".
Dadurch seien die Armeen von Kremlchef Wladimir Putin dort gebunden,
"und er verliert jede Woche Tausende Soldaten".
In dem Augenblick, in dem es einen Waffenstillstand in der Ukraine
gebe, ändere sich die Lage. "Dann kann Putin seine Aufrüstung in
aller Ruhe fortsetzen, und die Bedrohungslage verschärft sich für
die Nato-Länder an der Ostflanke."
Dennoch betonte Ischinger, das Wichtigste sei, das Sterben
schnellstmöglich zu beenden. "Nichts wünsche ich den Menschen in der
Ukraine mehr. Aber die russische Bedrohung wird auch für uns
Deutsche größer, wenn ein künftiger Waffenstillstand nicht von einer
massiven Begrenzung des militärischen Aufmarschs in den westlichen
Militärbezirken Russlands begleitet wird", sagte Ischinger. Und das
sei leider überhaupt nicht zu erwarten. "Deshalb wäre ein schlichter
Waffenstillstand eben noch lange kein Grund, sich entspannt
zurückzulehnen."
Wie der Krieg in der Ukraine ende, sei "für Deutschland und Europa
die Schicksalsfrage schlechthin", hebt Ischinger hervor. Die Ukraine
verteidige heute Europa, nicht nur das eigene Territorium. Zur
Sicherheitskonferenz in der kommenden Woche wird auch der
ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet.
Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren gegen den
russischen Angriffskrieg. Die USA versuchen derzeit, in
Verhandlungen ein Ende der Kämpfe zu erreichen./gut/DP/zb
AXC0019 2026-02-07/10:46
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Autor: - dpa-AFX
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