| Weniger Windstrom trotz Ausbaus - Wetter bremst Erzeugung |
| 08.02.2026 10:32:00 |
Die für die Energiewende wichtigen
Windkraftanlagen haben in Deutschland 2025 trotz starken Ausbaus
weniger Strom produziert als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden nach
vorläufigen Daten im vergangenen Jahr 132,6 Terawattstunden (TWh)
Windstrom erzeugt - nach 138,3 TWh im Jahr zuvor, wie der für die
Nordsee zuständige Netzbetreiber Tennet Germany der Deutschen
Presse-Agentur mitteilte. Über alle Erzeugungsgarten hinweg wurden
im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesnetzagentur insgesamt
437,6 TWh Strom realisiert.
Vor allem an Land nur wenig Wind im vergangenen Jahr
Grund für den Rückgang war das Wetter. "2025 wehte vor allem an Land
nur ein durchschnittlich laues Lüftchen, unter normalen Umständen
wäre die Windausbeute aufgrund des Zubaus von Windkraftanlagen
deutlich höher ausgefallen", hieß es bei dem für die Ostsee
zuständigen Netzbetreiber 50Hertz. 2023 sei das stärkste Windjahr
seit mehr als 20 Jahren gewesen, 2024 habe im langjährigen Mittel
gelegen.
Von der Nordsee wurden im vergangenen Jahr insgesamt 20,8 TWh
Offshore-Windenergie an Land übertragen, wie Tennet mitteilte. Das
entspreche in etwa dem Vorjahreswert. Mit den 20,8 TWh Strom könnte
rein rechnerisch der Jahresbedarf von rund 6,5 Millionen Haushalten
gedeckt werden.
Die sechs Meereswindparks in der Ostsee wiederum erzeugten nach
50Hertz-Angaben im vergangenen Jahr rund 5,4 TWh Strom - rund zehn
Prozent mehr als im Jahr zuvor. Rechnerisch könnte damit der
Stromverbrauch der Großstadt Leipzig und ihres Umlands abgedeckt
werden.
Bis zu 300 Gigawatt Leistung in der Nordsee
Bereits beim Nordsee-Gipfel 2023 im belgischen Ostende hatten die
Anrainerstaaten beschlossen, die Nordsee zum "grünen Kraftwerk für
Europa" auszubauen. Ziel war, dort bis 2050 gemeinsam bis zu 300
Gigawatt Leistung zu installieren. Beim jüngsten Nordsee-Gipfel Ende
Januar in Hamburg kündigten Deutschland, die Niederlande, Belgien,
Dänemark, Norwegen, Frankreich, Großbritannien sowie Irland und
Luxemburg an, die Nordsee "zum weltgrößten Drehkreuz" für saubere
Energie machen zu wollen. Die Staaten einigten sich, bis zu 100
Gigawatt Leistung grenzüberschreitend zu vernetzen.
"Europa hat jetzt die Chance, das volle Potenzial der Nordsee als
grünes Kraftwerk zu heben", sagte Tennet-Germany-Chef Tim
Meyerjürgens der dpa. Dieses Potenzial sei der wichtigste Baustein
für ein sicheres, unabhängiges und energieresilientes Europa. Tennet
Germany stehe als einer der größten
Offshore-Übertragungsnetzbetreiber für die Realisierung bereit.
Deutschland steigt bei Tennet Germany ein
Das niederländische Mutterunternehmen Tennet hatte zuletzt
mitgeteilt, dass Deutschland 25,1 Prozent von Tennet Germany
übernehmen werde. Dafür werde der Bund rund 3,3 Milliarden Euro
investieren über die staatliche Förderbank KfW. Das niederländische
Staatsunternehmen werde am Ende noch knapp 29 Prozent an der
deutschen Tochter halten, teilte die Tennet Holding in Arnheim mit.
Beim Ostsee-Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz ist der Bund bereits
mit 20 Prozent beteiligt.
Aus Sicht von 50Hertz-Chef Stefan Kapferer wird auch die Ostsee für
die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz in Deutschland immer
wichtiger. So gehe der Windpark Windanker von Iberdrola
voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an Netz.
2028 soll dann der bisher größte Offshore-Windpark Gennaker folgen.
Erstmals werde 50Hertz zudem im Gemeinschaftsprojekt Bornholm Energy
Island mit dem dänischen Partner Energinet den Zugang zu Windstrom
außerhalb der deutschen Gewässer ermöglichen./klm/DP/mis
ISIN DE000ENAG999 DE0007037129 DK0061539921 DE000A0D6554 ES0144580Y14
AXC0015 2026-02-08/10:32
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Autor: - dpa-AFX
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