| ROUNDUP: Rassistischer Post - Trump sieht keinen Fehler bei sich |
| 08.02.2026 11:17:00 |
US-Präsident Donald Trump will sich für einen
rassistischen Post auf seinem Social-Media-Account nicht
entschuldigen. Der Beitrag ist inzwischen gelöscht - die Empörung
über das Video, in dem Ex-Präsident Barack Obama und dessen Frau
Michelle als Affen dargestellt werden, ist trotzdem riesig.
Dies sei das Rassistischste, was er bisher aus diesem Weißen Haus
gesehen habe, schrieb der schwarze republikanische Senator Tim Scott
auf X. Für eine Entschuldigung sieht Trump dennoch keinen Grund. Auf
eine entsprechende Frage sagte er vor Journalisten: "Nein, ich habe
keinen Fehler gemacht."
Stattdessen behauptete er am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten im
Regierungsflieger Air Force One, der "am wenigsten rassistische
Präsident, den ihr seit langem hattet", zu sein. Dabei ist der
US-Präsident schon öfter mit rassistischen Äußerungen aufgefallen.
Einige Beispiele:
Dezember 2025: Trump bezeichnet Menschen aus Somalia als Müll
Der Republikaner bezeichnet Somalia als miserables Land und aus dem
ostafrikanischen Staat stammende Menschen als Müll. "Ich will sie
nicht in unserem Land haben. Ich bin ehrlich. Manche sagen
vielleicht: "Oh, das ist politisch nicht korrekt." Das ist mir egal.
Ich will sie nicht in unserem Land haben", sagte Trump am Ende einer
Kabinettssitzung. Die USA könnten den einen oder den anderen Weg
einschlagen, "und wir werden den falschen Weg einschlagen, wenn wir
weiterhin Müll in unser Land lassen". Im Bundesstaat Minnesota, der
im Zentrum der Abschiebepolitik der Trump-Regierung steht, gibt es
eine große somalische Gemeinde.
Der US-Präsident greift auch die schwarze Abgeordnete Ilhan Omar
immer wieder heftig an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln hat er
der US-Bürgerin schon häufiger nahegelegt, sie solle nach Somalia
"zurückgehen". Bisweilen bezeichnete er die linke Abgeordnete auch
als "garstig" oder machte sich über das Kopftuch der Muslimin
lustig.
September 2024: Trump behauptet, Migranten äßen Haustiere
In einem TV-Duell gegen die Demokratin Kamala Harris unterstellt
Trump als republikanischer Präsidentschaftskandidat Migranten, sie
äßen Haustiere. "In Springfield essen sie die Hunde - die Leute, die
hierhergekommen sind - sie essen die Katzen. Sie essen die Haustiere
der Menschen, die dort leben", sagte er, ohne jeglichen Beleg für
die Behauptung zu nennen. Trump nahm damit Bezug auf eine Aussage
seines Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance, der zuvor den
Vorwurf in Umlauf gebracht hatte, Migranten aus Haiti würden in
Springfield in seinem Heimat-Bundesstaat Ohio Haustiere klauen und
essen.
Trump über Harris im Juli 2024: "Plötzlich schwarz" geworden
Als republikanischer Präsidentschaftskandidat löst Trump mit einer
bizarren Attacke auf seine damalige Kontrahentin Kamala Harris
Empörung aus. Harris habe lange ausschließlich mit ihrer indischen
Abstammung geworben und sei dann "plötzlich schwarz" geworden, sagte
Trump bei einem Auftritt vor der Vereinigung schwarzer Journalisten
in Chicago. "Sie war immer indischer Abstammung und hat nur mit
ihrer indischen Abstammung geworben", sagte Trump. "Ich wusste
nicht, dass sie schwarz ist, bis sie vor einigen Jahren plötzlich
schwarz wurde. Und jetzt will sie als Schwarze bekannt sein", fuhr
er fort. Er respektiere beides, ergänzte er. Harris ist die erste
Frau, die erste Schwarze und die erste Amerikanerin mit asiatischen
Wurzeln, die den Eid als US-Vizepräsidentin ablegte.
Was Trump über das Video auf seinem Account sagt
Im aktuellen Fall sagte Trump nun, er habe sich lediglich den Beginn
des Videos angeschaut. Er nehme an, dass am Ende etwas zu sehen
gewesen sei, was Leuten nicht gefalle - ihm gefalle es auch nicht,
aber er habe es nicht gesehen.
Auf die Frage, ob er die rassistischen Inhalte des Videos
verurteile, sagte Trump: "Natürlich tue ich das." Das Weiße Haus
hatte zunächst versucht, den Beitrag mit der rassistischen
Darstellung zu rechtfertigen. Sprecherin Karoline Leavitt schrieb in
einem Statement, das zum Beispiel der TV-Sender CNN verbreitete, man
solle mit der gespielten Empörung aufhören. Es handle sich um einen
Ausschnitt aus einem Internet-Meme-Video, in dem Trump als König des
Dschungels und die Demokraten als Charaktere aus dem Filmklassiker
"König der Löwen" dargestellt seien.
Später wurde der Post von Trumps Account gelöscht, die Schuld wurde
auf einen Mitarbeiter geschoben, der den Beitrag fälschlicherweise
veröffentlicht habe.
Die Obama-Darstellung war Teil eines Beitrags auf Trumps Account, in
dem es um angebliche Manipulationen bei der von Trump verlorenen
Wahl 2020 ging. Nach etwa einer Minute erschienen in einem kurzen
Einschub die Gesichter der Obamas mit Affenkörpern zur Melodie von
"The Lion Sleeps Tonight". Der Demokrat Obama ist der erste
Schwarze, der zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde.
Er war von 2009 bis 2017 im Amt./fsp/DP/mis
AXC0044 2026-02-08/11:17
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Autor: - dpa-AFX
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