| ROUNDUP: Moskau meldet Festnahmen nach Attentat auf General |
| 08.02.2026 11:23:00 |
Zwei Tage nach dem Attentat auf den
stellvertretenden Chef des russischen Militärgeheimdienstes
präsentieren die Ermittler zwei Festnahmen. Aus Moskauer Sicht ist
klar: Hinter den Schüssen auf Wladimir Alexejew steckt Kiew. Die
Rede ist von einem "Terrorakt". Dabei ist es nicht der erste Angriff
auf einen ranghohen russischen Militär in der jüngeren
Vergangenheit.
Der 64-jährige Alexejew war am Freitag in einem Wohnhaus im
Nordosten der russischen Hauptstadt Moskau angeschossen und schwer
verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Inzwischen ist er wieder
bei Bewusstsein, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur
Tass berichtete.
Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wurde der
Täter in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen
und nach Russland überstellt. Ein Komplize sei in Moskau
festgenommen worden, eine weitere Komplizin sei in die Ukraine
geflohen. In der Mitteilung hieß es, die Suche nach den
Organisatoren dauere an.
Ermittlungskomitee: Auftrag ukrainischer Geheimdienste
Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits am Freitag die Ukraine
beschuldigt, an der Tat beteiligt zu sein. "Dieser Terrorakt hat
erneut die Ausrichtung des Selenskyj-Regimes auf ständige
Provokationen bestätigt, die wiederum darauf zielen, den
Verhandlungsprozess zu untergraben", sagte er. Russland führt seit
knapp vier Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die
Ukraine.
Russische Ermittler konkretisierten die Vorwürfe nun. Der in Dubai
festgenommene Verdächtige sei Ende Dezember 2025 im Auftrag
ukrainischer Geheimdienste nach Moskau gekommen, um einen Terrorakt
zu verüben, teilte das russische Ermittlungskomitee mit. Der Mann
soll demnach zu Zeiten der Sowjetunion in Ternopil in der heutigen
Ukraine geboren worden sein. Es sei russischer Staatsbürger.
Der Anschlag kam einen Tag nach einer neuen Gesprächsrunde über ein
Ende des Ukraine-Kriegs in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen
Emiraten. Dort leitete Alexejews unmittelbarer Vorgesetzter, Igor
Kostjukow, für die russische Seite die Verhandlungen.
Westen verhängte Sanktionen gegen Alexejew
Alexejew steht seit Jahren auf westlichen Sanktionslisten, unter
anderem, weil er Cyberkriminalität organisiert und im Zuge der
Affäre um die versuchte Tötung des übergelaufenen
Geheimdienstagenten Sergej Skripal in Großbritannien den
Nervenkampfstoff Nowitschok verbreitet haben soll.
Öffentlich zugänglichen Angaben nach wurde Alexejew im Gebiet
Winnyzja in der heutigen Ukraine geboren. Seine gesamte noch in
Sowjetzeiten beginnende militärische Karriere hat er aber in
Russland verbracht. Dort war er zuletzt Vizechef des
Militärgeheimdienstes GRU. Während des Syrien-Kriegs leitete er die
Geheimdienstaktionen des russischen Militärs in dem Nahoststaat.
Nach Medienberichten war er nach Beginn des von Kremlchef Wladimir
Putin befohlenen Kriegs in der Ukraine auch für die Aufstellung und
Organisation von sogenannten Freiwilligenbataillonen
mitverantwortlich. In Kiew wird er zudem wegen der Bereitstellung
von Daten für Luftschläge gesucht, bei denen mehrfach zivile Objekte
zerstört wurden und Zivilisten ums Leben kamen.
Russischen Medien zufolge war Alexejew 2023 an den Verhandlungen mit
Jewgeni Prigoschin beteiligt, der damals mit seiner Söldnertruppe
aus Südrussland einen Marsch auf Moskau begonnen hatte, weil er mit
der Kriegsführung des russischen Generalstabs nicht einverstanden
war. Er blies diesen Putschversuch jedoch wieder ab. Drei Monate
später starben er und einige Getreue bei einem Flugzeugabsturz, der
mutmaßlich ein Anschlag war.
Nicht das erste Attentat auf Militärangehörigen
Ranghohe Militärs in Moskau und auch Propagandisten sind seit Beginn
des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer wieder Ziele
von Anschlägen. Im April 2025 kam beispielsweise Generalleutnant
Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im
Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen
ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet
worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat.
Russland verurteilt das - wie auch in diesem Fall - stets als
Terrorismus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach
den verheerenden russischen Angriffen auf die Energieversorgung des
Landes seinerseits von Terrorismus gesprochen. Zeitweise waren in
der Ukraine Millionen Menschen von der Strom- und Wärmeversorgung
abgeschnitten - bei teilweise zweistelligen Minusgraden./ksr/DP/mis
AXC0045 2026-02-08/11:23
|
Autor: - dpa-AFX
|
| Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet. |
|
|
| DAX | 24.913,14 | 191,68 | 0,78% |
| TecDax | 3.619,68 | 0,08 | 0,00% |
| MDAX | 31.926,04 | 263,21 | 0,83% |
| Dow Jones (EOD) | 50.115,67 | 1.206,95 | 2,47% |
| Nasdaq 100 | 25.149,11 | 73,34 | 0,29% |
| S & P 500 (EOD) | 6.932,30 | 133,90 | 1,97% |
| SMI | 13.503,06 | 37,02 | 0,27% |
|
| EUR/US$ | 1,1909 | 0,01 | 0,78% |
| EUR/Yen | 185,4972 | -0,25 | -0,14% |
| EUR/CHF | 0,9133 | -0,00 | -0,36% |
| EUR/Brit. Pfund | 0,8709 | 0,00 | 0,33% |
| Yen/US$ | 0,0064 | 0,00 | 0,98% |
| CHF/US$ | 1,3040 | 0,02 | 1,17% |
|
| baha Brent Indication | 69,36 | 0,66 | 0,96% |
| Gold | 5.039,42 | 91,28 | 1,84% |
| Silber | 80,30 | 5,78 | 7,75% |
| Platin | 2.091,10 | 44,10 | 2,15% |
| |
|
|