| AKTIE IM FOKUS 2: Unicredit treibt Bankenerholung an - Ausschüttungspläne |
| 09.02.2026 15:31:00 |
(neu: aktuelle Kurse)
FRANKFURT/MAILAND (dpa-AFX) - Die Aktien von Unicredit
haben nach starken Gewinnzielen der Italiener bis
2030 am Montag ein Rekordhoch erreicht. Zudem kamen die
Ausschüttungspläne der italienischen Bank, die knapp 30 Prozent der
Commerzbank-Anteile hält, am Markt gut an.
Die Überschussziele der Italiener bis 2030 lägen über den
Markterwartungen, schrieb Sofie Peterzens von Goldman Sachs nach dem
Quartalsbericht. 80 Prozent ihrer Gewinne will die Bank in den
kommenden Jahren für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgeben.
Die Papiere zogen die gesamte europäische Bankenbranche
mit, die sich von ihrem jüngsten Rückschlag vom
höchsten Stand seit 2008 erholte. Die Papiere von Unicredit gewannen
bis zu knapp sieben Prozent auf etwas mehr als 79 Euro und
erreichten damit den höchsten Stand seit 2009.
Die Anteile von Commerzbank kletterten am Vormittag
um bis zu drei Prozent auf 35,07 Euro. Damit näherten sie sich
wieder ihrem Mehrjahreshoch von 38,40 Euro aus dem Sommer
vergangenen Jahres. Das Niveau konnte die Aktie aber nicht ganz
halten, gehörte aber am Nachmittag mit einem Plus von eineinhalb
Prozent auf 34,50 Euro zu den besten Dax-Werten.
Unicredit war im September 2024 als Großaktionärin bei Commerzbank
eingestiegen. Inzwischen hat sie ihre Beteiligung über echte Aktien
auf mehr als 26 Prozent ausgebaut. Zusammen mit Finanzinstrumenten
hat sie Zugriff auf mehr als 29 Prozent der Anteile. Ab 30 Prozent
müssten die Italiener ein Übernahmeangebot für die übrigen
Commerzbank-Aktien abgeben.
Noch ist offen, ob Unicredit-Chef Andrea Orcel eine Offerte abgeben
will. Er ließ sich zuletzt nicht in die Karten schauen. Bisher hat
er sich vor dem Hintergrund des Widerstands der Commerzbank-Spitze,
des Betriebsrats der Frankfurter und in der deutschen Politik nicht
zu einem Gebot durchgerungen.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp versucht, das Frankfurter Geldhaus
deutlich rentabler zu machen. Damit will sie das Institut für die
Aktionäre so attraktiv zu machen, dass sie ihre Anteile lieber
behalten, als sie an das Geldhaus aus Mailand zu verkaufen.
Seit dem Einstieg der Italiener im Herbst 2024 zog der Börsenwert
von Commerzbank um rund 175 Prozent auf zuletzt fast 39 Milliarden
Euro an. Das heißt, Unicredit müsste für die Papiere, die sie noch
nicht direkt oder indirekt hält, gemessen am aktuellen Kurs circa 27
Milliarden Euro ausgeben.
Doch nicht nur die Commerzbank-Anteile profitierten vom Einstieg von
Unicredit - auch die Anteile der italienischen Bank zogen seitdem um
fast 120 Prozent an. Mit einem Börsenwert von inzwischen mehr als
122 Milliarden Euro gehört Unicredit inzwischen zu den wertvollsten
Banken der Eurozone./ag/stk/zb/mis/he
ISIN DE000CBK1001 DE0005140008 IT0005239360 EU0009658806
AXC0177 2026-02-09/15:31
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Autor: - dpa-AFX
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