| Rechnungshof warnt vor Risiken bei neuer EU-Agrarpolitik |
| 09.02.2026 17:05:00 |
Die umstrittene geplante Neugestaltung der
EU-Agrarförderung stößt auch beim Europäischen Rechnungshof auf
Kritik. Die Prüfer warnen vor Planungsunsicherheit für Landwirte,
Verzögerungen bei der Auszahlung von Fördergeldern und größeren
Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten. Die Umstrukturierung
könne den fairen Wettbewerb und das Funktionieren des Binnenmarkts
beeinträchtigen.
Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, ab 2028 grundlegend
zu verändern, wie Landwirte in der EU finanziell gefördert werden.
Nach der Vorstellung der Brüsseler Behörde soll es im künftigen
EU-Haushalt statt vieler Töpfe für die Gemeinsame Agrarpolitik der
EU (GAP) und für die Strukturförderung lediglich einen großen Fonds
dafür geben. Damit will die Behörde den Landwirten künftig auch
weniger Geld fest zusagen.
Rechnungshof: komplex, kompliziert, unsicher
Die Prüfer des Rechnungshofs kritisieren die komplexere rechtliche
Struktur des Vorschlags und die kompliziertere Planung. Für
EU-Länder und Landwirte entstehe Unsicherheit. Wie viel Geld für die
GAP zur Verfügung stehe, sei erst nach der Annahme der Nationalen
Reform- und Investitionspläne der einzelnen Länder klar, also später
als bislang. So sei weniger absehbar, wie viel Geld Landwirte
gezahlt bekommen könnten. Es sei deshalb zudem herausfordernd, die
Höhe der GAP mit früheren Zeiträumen zu vergleichen.
Die Länder bekämen außerdem zwar mehr Gestaltungsspielraum bei den
Ausgaben und könnten individueller planen. Damit die EU weiter eine
Gemeinsame Agrarpolitik verfolge, müsse die Kommission dann aber
ihre gestärkte Führungsrolle effektiv wahrnehmen. Deren Details
müssten näher festgelegt werden.
Für die Rechnungsprüfer müsse zudem nachverfolgbar bleiben, welches
Geld wohin fließe. Daran haben die Rechnungsprüfer bei dem Vorschlag
teilweise Zweifel.
Milliarden vorgesehen
Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass den Bauern für den
Zeitraum von 2028 bis 2034 rund 300 Milliarden Euro fest zugesichert
werden. Die Mitgliedstaaten sollen ihren Bauern aber mehr EU-Geld
zufließen lassen können. Mindestens zehn Prozent jedes Nationalen
Reform- und Investitionsplans - weitere fast 50 Milliarden Euro -
sollen in den ländlichen Raum gehen. Im Streit um das
Mercosur-Handelsabkommen hat Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen zudem vorgeschlagen, dass 45 Milliarden Euro aus dem Haushalt
früher verwendet werden können als ursprünglich geplant.
Über den Haushaltsvorschlag müssen noch das Europäische Parlament
und die EU-Länder beraten. Sie haben den Europäischen Rechnungshof
um seine Meinung gebeten, die er nun vorgelegt hat. Sie beinhaltet
keine Empfehlungen und hat keine rechtlichen
Auswirkungen./wea/DP/jha
AXC0199 2026-02-09/17:05
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Autor: - dpa-AFX
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