| WDH/Studie: Klimawandel könnte Weideflächen bis 2100 halbieren |
| 10.02.2026 08:16:00 |
(Wiederholung: Im 3. Absatz wurde der Name des Fachjournals
ergänzt.)
POTSDAM/NAIROBI (dpa-AFX) - Weideflächen könnten sich einer Prognose
zufolge bei einem weltweiten Temperaturanstieg infolge des
Klimawandels künftig deutlich verkleinern. Je nach Szenario würden
bis zum Jahr 2100 etwa 36 bis 50 Prozent der heute klimatisch
geeigneten Weideflächen ihre Nutzbarkeit verlieren, heißt es in
einer Studie unter Federführung des Potsdam-Instituts für
Klimafolgenforschung (PIK). Davon wären 110 bis 140 Millionen
Menschen betroffen, die von Weidewirtschaft leben, außerdem bis zu
1,6 Milliarden Weidetiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen.
"Weidehaltung ist stark von Umweltfaktoren wie Temperatur,
Luftfeuchtigkeit und Wasserverfügbarkeit abhängig", sagt Co-Autor
Maximilian Kotz. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel die
Flächen, in denen diese Form der Landwirtschaft funktionieren kann,
deutlich einschränkt und landwirtschaftliche Praktiken erschwert,
die sich über Jahrhunderte entwickelt haben." Besonders spürbar
seien die Veränderungen in Ländern, "wo die Menschen bereits unter
Hunger, wirtschaftlicher und politischer Instabilität sowie hoher
Geschlechterungleichheit leiden", ergänzt Erstautorin Chaohui Li.
Betroffen ist laut der im Fachmagazin "PNAS" veröffentlichten Studie
vor allem Afrika: Je nach Klimaszenario könnten die geeigneten
Graslandflächen dort um 16 Prozent oder sogar um bis zu 65 Prozent
schrumpfen, Falls der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter
steigt. Bereits heute lägen die Temperaturen in vielen Regionen des
Kontinents am oberen Rand dessen, was für Weidehaltung noch
klimatisch verträglich sei, heißt es.
Schon jetzt Nahrungsmittelknappheit durch Dürre in Ostafrika
Für die Rinderherden etwa der Massai und Samburu in Kenia oder die
Schaf- und Ziegenherden nomadisierender Viehzüchter am Horn von
Afrika, die schon jetzt schwierigen Bedingungen ausgesetzt sind, ist
das ein düsteres Zukunftsszenario. Traten schwere Dürren in der
Region früher etwa alle 20 Jahre auf, häuften sie sich in der
jüngsten Vergangenheit in immer kürzeren Abständen.
Auch jetzt blicken Klima- und Landwirtschaftsexperten mit Sorge auf
die bevorstehende Regenzeit, die zu wenig Wasser bringen könnte für
Landwirte und Viehzüchter. Somalia hatte bereits im vergangenen
November den Dürrenotstand ausgerufen. Das Afrika-Büro der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass allein in
Kenia nach schlechten Ernteerträgen wegen der kurzen und relativ
niederschlagsarmen letzten Regenzeit rund zwei Millionen Menschen
unter Nahrungsunsicherheit leiden./czy/DP/stk
AXC0054 2026-02-10/08:16
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Autor: - dpa-AFX
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