| ROUNDUP/Transparency: Korruption weltweit auf dem Vormarsch |
| 10.02.2026 09:05:00 |
Korruption nimmt laut der
Anti-Korruptions-Organisation Transparency International weltweit
zu. Deutschland ist in einem jährlichen Korruptionsranking von
Transparency auf Platz zehn nach oben geklettert. Damit sei es im
Vergleich zum Vorjahr zwar um fünf Ränge aufgestiegen, dies erkläre
sich in erster Linie aber aus dem Abstieg anderer Länder wie
Australien, Irland oder Uruguay. Weltweit nimmt Korruption nach
Einschätzung von Transparency mit dem Erstarken von Rechtsnationalen
und Populisten zu, wie die Organisation in Berlin mitteilte.
Der sogenannte Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) basiert auf
Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von
Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen
abgegeben werden. Die Skala reicht von 0 Punkten - als sehr korrupt
wahrgenommen - bis zu 100 Punkten für völlige Korruptionsfreiheit.
Er umfasst 182 Staaten und Gebiete.
Dänemark spitze
Zum achten Mal erreicht Dänemark hintereinander demnach von allen
Ländern den Spitzenplatz. Es folgen Finnland und Singapur. Die
letzten Plätze belegen auf diesem Index Südsudan und Somalia.
Weltweit habe es vor zehn Jahren noch zwölf Länder mit einer
besonders hohen Punktzahl (über 80 Punkten) gegeben, heute seien es
nur noch fünf. Der globale Durchschnitt habe dieses Jahr den
tiefsten Wert seit über zehn Jahren erreicht (42 Punkte).
Deutliche Rückschritte seien auch in Demokratien zu verzeichnen. "In
Ländern, in denen Rechtsextreme und populistische Parteien an die
Macht gekommen sind, werden Schutzmechanismen gegen Korruption meist
massiv abgebaut", sagte Alexandra Herzog, Vorsitzende von
Transparency International Deutschland.
Bürokratieabbau versus Korruptionsbekämpfung?
Auch Deutschland betrachtet die Organisation mit Skepsis. Herzog
warnte vor einem möglichen Rückbau von Maßnahmen gegen Korruption im
Zuge der von der Bundesregierung vorangetriebenen
Entbürokratisierung und Beschleunigung von Verfahren: "Gerade in
Anbetracht der neuen Sondervermögen brauchen wir eigentlich mehr
Kontrolle und nicht weniger."/bw/DP/zb
AXC0075 2026-02-10/09:05
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Autor: - dpa-AFX
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