| ROUNDUP: Teamviewer blickt vorsichtig aufs neue Jahr - Aktie fällt deutlich |
| 10.02.2026 10:04:00 |
Der Fernwartungssoftwareanbieter Teamviewer
hat sich angesichts des schwierigen Marktumfelds
vorsichtige Ziele für das neue Jahr gesetzt. Das Management um Chef
Oliver Steil rechnet damit, dass der Umsatz 2026 währungsbereinigt
stagnieren oder um bis zu 3 Prozent wachsen wird, wie der
MDax-Konzern am Dienstag mitteilte. Das ist nur am
oberen Ende so viel, wie die Göppinger im Herbst noch mindestens
angepeilt hatten. Die Lage ist derzeit vor allem bei kleineren und
mittleren Kunden sowie beim Zukauf 1E holprig. Obwohl die
Markterwartungen nach den vorläufigen Zahlen im Januar bereits
gesunken waren, fiel die Aktie kräftig.
Das Papier sackte kurz nach Handelsbeginn um bis zu neun Prozent auf
5,37 Euro und damit Richtung des Rekordtiefs von 5,305 Euro von
Anfang Februar ab. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie mehr als
die Hälfte an Wert eingebüßt; im Vergleich zum Rekordhoch von knapp
55 Euro im Sommer 2020 beträgt das Minus fast 90 Prozent. Das
Großkundengeschäft laufe solide, aber in diesem Jahr würden
Wechselkurse den Konzern erneut treffen, schrieb Analystin Wassachon
Udomslipa von der kanadischen Bank RBC. Die neue Prognose berge
Gefahr, dass die Schätzungen der Experten sinken.
Gegenüber dem vergleichbaren Umsatz von 767,5 Millionen Euro aus dem
Vorjahr bedeutet das Ziel für dieses Jahr bis zu rund 790,5
Millionen Euro Erlös. Analysten rechneten zuletzt im Schnitt mit um
die 784 Millionen Euro. Wie bereits bekannt, war der Pro-forma-Erlös
vergangenes Jahr währungsbereinigt um 5 Prozent geklettert.
Basierend auf dem jüngst erzielten Wachstum des Vertragsbestandes
und dem schwankungsanfälligen Umfeld blicke das Unternehmen eher
vorsichtig auf 2026. Im Oktober hatte Teamviewer noch eine Spanne
von 790 Millionen bis 825 Millionen Euro Umsatz für dieses Jahr in
Aussicht gestellt, dann aber im Schlussquartal des vergangenen
Jahres beim Auftragsbestand nur das untere Ende der eigenen
Erwartungen erreicht. Strategische Initiativen sollen das
Umsatzwachstum beschleunigen, mittelfristig strebt Teamviewer wieder
ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an.
Die Verbindung der beiden Angebotsfelder Fernwartung und
Automatisierung werde dabei der Wachstumstreiber sein, sagte
Unternehmenschef Steil in einer Videokonferenz mit Journalisten.
Kunden verlangten mehr und mehr nach einer Plattform und einer
Angebotssuite aus einer Hand. "Teamviewer ist stark, wenn es darum
geht, aus dem Büro hinaus in den operativen Bereich zu verbinden",
sagte der Manager.
Die jüngst aufgeflammten Sorgen vieler Investoren um Anbieter von
Softwareanwendungen im Zuge rivalisierender Tools mit Künstlicher
Intelligenz (KI) wollte der Teamviewer-Chef für sein Unternehmen
nicht gelten lassen. "Unsere Positionierung ist Automatisierung auf
dem Endpunkt", Teamviewer sei keine reine
Software-Geschäftsanwendung. "Wir sind quasi ein Infrastrukturlayer
- das ist nicht mal eben so nachzubauen", sagte Steil. Dass
Maschinen und IT-Geräte selbst per KI-Software Fehler erkennen und
dann die Software selbst nötige Änderungen vornimmt, das sei gerade
Teamviewers Angebot.
Teamviewer ist bekanntgeworden mit Fernwartungssoftware und
Videokonferenzen, was vor allem in der Corona-Pandemie einen starken
Boom bescherte. Dann baute das Management das Angebot über Zukäufe
von Augmented-Reality-Spezialisten (etwa Datenbrillen für
Wartungstechniker) und Hardwareautomatisierung aus, um bei großen
Industriekunden mitmischen zu können. Im Großkundengeschäft läuft es
derzeit auch vergleichsweise gut mit hohem Wachstum. Zukäufe stünden
nach der 1E-Übernahme derzeit nicht zur Debatte, auch wegen des
angestrebten Abbaus von Schulden, sagte Steil.
Die Gewinnmarge des um Sonderposten bereinigten Ergebnisses vor
Zinsen und Steuern dürfte 2026 bei rund 43 Prozent liegen.
Vergangenes Jahr war sie vergleichbar (pro-forma) um einen
Prozentpunkt auf rund 44 Prozent gestiegen. Mit den
Pro-forma-Kennzahlen unterstellt Teamviewer, dass der größte
Unternehmenszukauf der US-Firma 1E aus Vergleichbarkeitsgründen
jeweils schon voll zum Geschäftsjahr zählte. Der Nettogewinn 2025
ging um 4 Prozent auf 118,2 Millionen Euro zurück. Das war
hauptsächlich deutlich höheren Zinskosten geschuldet./men/mne/zb
ISIN DE000A2YN900
AXC0101 2026-02-10/10:04
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Autor: - dpa-AFX
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