| Prozess: Letzte Generation eine kriminelle Vereinigung? |
| 10.02.2026 12:02:00 |
Fünf Mitglieder der ehemaligen Gruppe
Letzte Generation müssen wegen des Verdachts der Bildung einer
kriminellen Vereinigung vor Gericht. Das Landgericht Potsdam hat
eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Neuruppin vom Mai
2024 zugelassen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Der
Beschluss sei bereits im Januar vom Landgericht gefasst worden.
Wann der Prozess vor der Staatsschutzkammer des Gerichts gegen die
Klimaaktivisten starten soll, ließ die Sprecherin offen. Die
Angeklagten sollen mehrere Attacken gegen Anlagen der Ölraffinerie
PCK Schwedt und eine Ölleitung im Nordosten Brandenburgs und in
Mecklenburg-Vorpommern verübt haben. Es geht außerdem um Aktionen am
Hauptstadtflughafen BER und im Museum Barberini in Potsdam.
Bei den angezeigten Taten geht es um mögliche Straftaten im Zeitraum
von April 2022 bis Mai 2023. Neben dem Vorwurf der Bildung einer
kriminellen Vereinigung handelt es sich auch um die Störung
öffentlicher Betriebe, Nötigung und Sachbeschädigung.
Erste Anklage bundesweit
Als erste Staatsanwaltschaft bundesweit hatte die Behörde in
Neuruppin Mitglieder der Gruppe Letzte Generation angeklagt. Seit
Dezember 2022 prüfte die Staatsanwaltschaft den Verdacht, es gab
Durchsuchungen in mehreren Bundesländern. Das Vorgehen hatte eine
kontroverse politische Debatte ausgelöst.
Auch in München und Flensburg Ermittlungen
Auch die Generalstaatsanwaltschaft München hat im März 2025 Anklage
gegen fünf Klimaschutzaktivisten der Gruppe erhoben, wegen des
Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Auch in
Flensburg gibt es entsprechende Ermittlungsverfahren.
Der Verein Rückendeckung für eine Aktive Zivilgesellschaft (Raz)
betreut nach eigenen Angaben die betroffenen Klimaaktivisten. Es
werde in diesem Kontext gegen insgesamt elf Klimaaktivisten der
ehemaligen Letzten Generation ermittelt, teilte der Verein mit. "Das
Landgericht Potsdam ist nun das erste Gericht, das die Anklage aus
Neuruppin tatsächlich zur Verhandlung zulässt", hieß es.
"Dieses Verfahren wird brutal"
Von der ehemaligen Letzten Generation hieß es: "Diese Eröffnung des
Hauptverfahrens macht sichtbar, wie strafrechtliche Verfolgung
zunehmend zum Mittel im Umgang mit unliebsamem politischem Protest
wird." Eine der Beschuldigten erklärte: "Nach fast drei Jahren
zermürbender Ungewissheit war mein erstes Gefühl Erleichterung, dass
sich etwas bewegt. Aber ich mache mir keine Illusionen: Dieses
Verfahren wird brutal."
Die Letzte Generation hat sich im Januar 2025 aufgelöst. Aus ihr
sind unter anderem die Bewegungen Neue Generation und
Widerstandskollektiv hervorgegangen./mvk/DP/mis
AXC0151 2026-02-10/12:02
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Autor: - dpa-AFX
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