| Fokus Iran: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump |
| 10.02.2026 12:08:00 |
Der israelische Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu ist zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in die USA
gereist. Vor seinem Abflug sagte der Regierungschef, bei dem Treffen
am Mittwoch in Washington gehe es um mehrere Themen, darunter die
Lage im Gazastreifen und in der Region sowie vor allem die
Verhandlungen mit dem Iran. Er werde Trump die israelische
Auffassung zu den Gesprächen mit der Islamischen Republik darlegen,
sagte er nach Medienberichten. Diese seien nicht nur für Israel
wichtig, "sondern für alle, die Frieden und Sicherheit wollen".
Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der
omanischen Hauptstadt Maskat Gespräche begonnen. Ein Termin für eine
mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest.
Geheimdienstinformationen zum iranischen Raketenprogramm
Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtete, Netanjahu
werde mit Trump voraussichtlich aktuelle Geheimdienstinformationen
über das iranische Raketenprogramm teilen, sowie über das Massaker,
das das Regime an seinen eigenen Bürgern verübt hat". Die Führung in
Teheran hatte regierungskritische Massenproteste gewaltsam
niederschlagen lassen, dabei wurden auf dem Höhepunkt der Proteste
in den Nächten des 8. und 9. Januar Tausende Demonstranten getötet.
Weiter hieß es, Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran
Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen
können. Es ist das siebte Treffen der beiden Politiker seit Trumps
Amtsantritt.
Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen
Israel fordert, dass jegliches Abkommen zwischen den USA und dem
Iran auch eine Begrenzung ballistischer Raketen sowie ein Ende der
Unterstützung der iranischen Verbündeten in der Region beinhalten
müsse. Der jüdische Staat sieht in dem iranischen Atom- und
Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung. Teheran
bestreitet den Verdacht Israels und anderer westlicher Staaten, dass
es heimlich Atomwaffen bauen will. Der Iran hat aber mehrfach
erklärt, dennoch über sein Atomprogramm verhandeln zu wollen, nicht
aber über seine Raketen.
Iran wirft Israel Zerstörung diplomatischer Bemühungen vor
Bei einer Pressekonferenz in Teheran forderte Irans
Außenamtssprecher die USA auf, ihre Entscheidungen in den
Verhandlungen unabhängig von Israel zu treffen. Ein Problem der
Amerikaner sei die "Gefolgschaft gegenüber den Forderungen des
zionistischen Regimes", sagte Ismail Baghai. Israel habe wiederholt
gezeigt, "Zerstörer jeglicher diplomatischer Prozesse" in der Region
zu sein. Dazu zähle auch die seit 40 Jahren erhobene Behauptung, der
Iran strebe nach einer Atombombe, sagte er.
Seit den israelischen und US-Angriffen auf Irans Atomprogramm im
Juni hat die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) keinen Zugang
mehr zu dem Uran, das in beschädigten Anlagen vermutet wird. Es
handelt sich um mehr als 400 Kilogramm. Sie würden nach Angaben von
Fachleuten und Diplomaten für mehrere Atomwaffen ausreichen, wenn
sie zu einem noch etwas höheren Reinheitsgrad weiterverarbeitet
würden./le/DP/jha
AXC0157 2026-02-10/12:08
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Autor: - dpa-AFX
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