| ams-Osram verringert Verlust und will global 2.000 Stellen streichen / Umsatz 2025 bei 3,32 Mrd. Euro - Neues Sparprogramm "Simplify" soll 200 Mio. Euro bringen - Hälfte des Personalabbaus in Europa - Österreich nicht betroffen |
| 10.02.2026 12:28:00 |
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Ergänzt nach der Bilanz-PK
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Der steirisch-deutsche Chip- und
Sensorhersteller ams-Osram hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit
roten Zahlen abgeschlossen, den Verlust aber massiv eingedämmt.
Gleichzeitig kündigte der Konzern am Dienstag ein neues Sparprogramm
an: Unter dem Titel "Simplify" sollen bis 2028 weitere 200 Mio. Euro
eingespart werden. Davon sind rund 2.000 Beschäftigte betroffen,
etwa die Hälfte davon in Europa. Österreich bleibt davon verschont,
versichert Konzernchef Aldo Kamper.
Einen weiteren Personalabbau - wie den vergangenen Dienstag
angekündigten - werde es in der Steiermark nicht geben. Es werde
zwar zu "leichten Anpassungen" in Teilen mit weniger Geschäft
kommen, diese würden aber durch das neue Ausbauprogramm abgefangen.
In Summe werde der Standort in Premstätten bei Graz künftig den
gleichen Personalstand haben wir derzeit.
Kein weiterer Abbau in der Steiermark
Dienstag voriger Woche hatte ams-Osram bekannt gegeben, einen
Teilbereich seines Sensorgeschäfts zu verkaufen um Schulden
abzubauen. Konkret geht es um das "nichtoptische Automotive-,
Industrie- und Medizinsensorgeschäft", das um 570 Mio. Euro an
Infineon geht. Im Rahmen der Transaktion sollen rund 70 Beschäftigte
aus Premstätten zum Infineon-Standort Graz wechseln. Insgesamt sind
dann noch rund 1.370 Personen bei ams-Osram in der Steiermark
beschäftigt.
Unter dem Strich stand für den Gesamtkonzern 2025 ein
Nettoverlust von 129 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 785 Mio.
Euro im Jahr davor. Der Umsatz ging im Jahresvergleich leicht um 3
Prozent auf 3,32 Mrd. Euro zurück, was das Unternehmen unter anderem
mit dem schwächeren US-Dollar und dem Auslaufen von nicht zum
Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten begründete. Das Kerngeschäft sei
auf vergleichbarer Basis um vier Prozent gewachsen, so CEO Kamper.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) stieg um 6 Prozent auf 608 Mio. Euro, die entsprechende
Marge kletterte auf 18,3 Prozent. Kamper betonte am Dienstag vor
Journalisten, dass das Unternehmen ein "Digital Photonics
Powerhouse" sei, mit einer einzigartigen Stellung am Markt.
Allerdings spüre man den Marktdruck aus Asien, wo mit niedrigeren
Kosten Produkte schneller auf den Markt gebracht würden.
ams-Osram will schneller werden
Daher habe man "Simplify" entwickelt, um Prozesse zu
beschleunigen und die Kosten anzupassen. "Uns ist die Tragweite
dieser Entscheidung bewusst. Sie ist uns nicht leichtgefallen, aber
notwendig, damit ams-Osram dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt", sagte
Kamper.
Im vierten Quartal 2025 übertraf ams-Osram mit einem Umsatz von
874 Mio. Euro die Mitte der eigenen Prognosespanne. Das bereinigte
operative Ergebnis (EBITDA) belief sich auf 161 Mio. Euro. Während
unter dem Strich nach IFRS ein Verlust von 20 Mio. Euro stand, wies
das Unternehmen bereinigt einen Nettogewinn von 35 Mio. Euro aus.
Der Free Cash Flow fiel mit 144 Mio. Euro positiv aus, was zur
Reduktion der Nettoverschuldung zum Quartalsende auf 1,08 Mrd. Euro
(exklusive Leasing-Verbindlichkeiten und Put-Optionen) beitrug.
Sparziele früher als geplant erreicht
Kamper sieht das bisherige Sanierungsprogramm "Reestablish the
Base" als erfolgreich an. Die angepeilten Einsparungen von jährlich
220 Mio. Euro seien ein Jahr früher als geplant erreicht worden. Mit
dem neuen Programm "Simplify" will sich der Konzern nun auf seine
Zukunft als "Digital Photonics Powerhouse" fokussieren. Die
Verschuldung konnte durch die jüngsten Verkäufe von
Unternehmensteilen an Infineon und Ushio sowie einen positiven Free
Cash Flow von 144 Mio. Euro gesenkt werden. Der Verschuldungsgrad
(Nettoverschuldung gemessen am bereinigten EBITDA der letzten zwölf
Monate) soll mittelfristig auf unter 2 sinken.
Gedämpfte Erwartungen
Für das erste Quartal 2026 dämpft das Management die Erwartungen.
Aufgrund saisonaler Effekte und der Verkäufe von Unternehmensteilen
wird mit einem Umsatzrückgang auf 710 bis 810 Mio. Euro gerechnet.
Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15 Prozent liegen.
Mittelfristig peilt ams-Osram im Halbleitergeschäft wieder ein
einstelliges Wachstum und Margen von über 25 Prozent an. Ab 2027
soll im Konzern die Wachstums- und Wertschöpfungsphase eintreten, so
Finanzchef Rainer Irle.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0182-26, 88 x 100 mm)
stf/ivn
ISIN AT0000A18XM4
WEB https://ams-osram.com/
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Autor: - APA/stf/ivn
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