| Start seismischer Messungen für Grazer Geothermieprojekt / Energie Steiermark übernimmt Vorfinanzierung für vorübergehend gestopptes Projekt - Verkehrsbeeinträchtigungen möglich |
| 10.02.2026 13:01:00 |
Der österreichische Energie- und
Chemiekonzern OMV beginnt dieser Tage mit den seismischen Messungen
für das beinahe schon zu Grabe getragene Geothermie-Projekt für
Graz. Die nun anlaufenden Messungen finden großteils im
oststeirischen Becken östlich von Graz statt. Das Potenzial für
Geothermie soll damit überprüft werden. Die Vorfinanzierung für die
Messungen trägt die Energie Steiermark, die weiterhin Gespräche mit
der Stadt Graz führe, hieß es auf APA-Nachfrage.
Spezielle Seismik-Lkw werden bis April vorwiegend entlang der
öffentlichen Straßen Schwingungen erzeugen. Die Reflexionen der
tiefen Gesteinsschichten werden dann mit sogenannten Geophonen
aufgefangen und aufgezeichnet. Die erzeugte Vibration sei laut OMV
mit natürlichen Bodenschwingungen vergleichbar und habe daher keine
negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Sollte sich das vermutete
geothermische Potenzial bestätigen, könnten OMV gemeinsam mit
Energie Steiermark und Energie Graz die langfristige Gewinnung von
Wärme aus Tiefengeothermie für den Großraum Graz auf die Beine
stellen. So war jedenfalls der ursprüngliche Plan, bis es um
Haftungen ging, für die die Stadt Graz nicht aufkommen wollte.
Start in Region Feldbach und Riegersburg
Das Projekt kippte im Vorjahr, doch die Energie Steiermark will
weiterhin das Potenzial erkunden und übernimmt daher nun die
Vorfinanzierung für die seismischen Messungen in der Höhe von rund 5
Mio. Euro. Mit den Messungen soll der Untergrund in 700 bis 3.500
Metern Tiefe untersucht werden. Begonnen wird ganz im Osten des
Untersuchungsgebiets - davon betroffen sind beispielsweise Feldbach
und Riegersburg, wo es schon in dieser Woche zu Messungen kommt.
Weiter geht es dann auch in den Bezirken Graz Stadt, Graz
Umgebung, Südoststeiermark, Weiz, Voitsberg, Leibnitz und
Deutschlandsberg. Die Arbeiten führt das polnische Unternehmen
Geofizyka Torun S.A. im Auftrag der OMV GeoTherm Graz GmbH durch.
Unterstützt wird das Projekt von der GeoSUP-AM GmbH, die mögliche
Schäden transparent dokumentiert, damit diese gegebenenfalls ersetzt
werden. Die Messungen erstrecken sich über eine Gesamtlänge von rund
900 zu fahrenden Kilometern. Drei Teams mit Seismik-Trucks seien
parallel im Einsatz.
Wissen um Heißwasserreservoirs senke Projektrisiko
Der aktuelle Messfortschritt ist online auf einer Karte unter
https://go.apa.at/eb4IWc3o abrufbar. Dort werden alle
Straßenabschnitte angezeigt, in denen Messungen geplant sind,
innerhalb der nächsten 48 Stunden stattfinden oder bereits
abgeschlossen wurden. Im Bereich, in denen die Seismik-Trucks im
Einsatz sind, sei mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen, so die
OMV. Seitens der Energie Steiermark hieß es, dass mit dem Wissen, wo
die Heißwasserreservoirs sind, das Projektrisiko senken könne.
Das Projekt war im November überraschend gestoppt worden, da
Beschlüsse der Stadt Graz fehlten. Knackpunkt war die
Haftungsaufteilung. Vonseiten des Büros von Bürgermeisterin Elke
Kahr (KPÖ) hieß es damals, dass die Stadt "die uneingeschränkte
Haftung zu tragen gehabt hätte". Ein Angebot der Energie Steiermark,
die die städtische Fernwärmesparte der Energie Graz kaufen wollte,
wurde zurückgewiesen. Es folgten weitere Gespräche zwischen der
Energie Steiermark und der Stadt Graz, die schließlich nun zu den
seismischen Messungen geführt haben. Die Haftungsfrage ist aber
weiterhin ungeklärt.
Die OMV arbeitet gemeinsam mit der Wien Energie bereits seit
einiger Zeit an der Erschließung eines Geothermie-Vorkommens im
Wiener Becken. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für 20.000 Wiener
Haushalte erzeugen.
kor/ha/bel
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com
https://www.e-steiermark.com
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Autor: - APA/kor/ha/bel
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