| Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 0,3 Prozent / UniCredit-Chef: Bankenlandschaft ändert sich tiefgreifend - ams-Osram gewinnt durch Ankündigung eines neuen Sparprogramms |
| 10.02.2026 14:35:00 |
An der Wiener Börse verweilt der ATX weiter im Minus
und kann nicht an den Rekord von Montag anschließen. Am Nachmittag
notierte der Leitindex mit einem Minus von 0,32 Prozent bei 5.736,54
Punkten im negativen Bereich. Der ATX Prime fiel ebenso um 0,25
Prozent auf 2.850,49 Zähler. An den europäischen Leitbörsen
notierten weiterhin ohne einheitliche Richtung.
Im Mittelpunkt steht heute der steirisch-deutsche
Elektronikkonzern ams-Osram, der an der schweizerischen Börse
notiert ist. ams-Osram hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit roten
Zahlen abgeschlossen, den Verlust aber massiv eingedämmt.
Gleichzeitig kündigte der Konzern am Dienstag ein neues Sparprogramm
an. Bis 2028 sollen weitere 200 Mio. Euro eingespart werden. Davon
sind rund 2.000 Beschäftigte betroffen, etwa die Hälfte davon in
Europa. Österreich bleibt davon aber verschont, versichert
Konzernchef Aldo Kamper. ams-Osram gewannen im Verlauf 3,4 Prozent.
Der Chef der Bank-Austria-Mutter UniCredit, Andrea Orcel, rechnet
in den kommenden Jahren mit tiefgreifenden Veränderungen im
europäischen Bankensektor. "Das Wettbewerbsumfeld wird sich
dramatisch verändern, und wir müssen darauf vorbereitet sein", sagte
Orcel. Einige Banken werden sich laut Orcel zusammenschließen,
andere nicht. "Im Jahr 2030 wird es weniger Banken geben. Europa
braucht größere und stärkere Geldhäuser", sagte der Römer im
Interview mit Bloomberg TV. Das scheint bereits bei den Bankentiteln
im heimischen ATX Prime-Segment angekommen zu sein. Die
Schwergewichte Erste Group und BAWAG lagen mit 0,8 bzw 0,7 Prozent
im Minus. Wenig Bewegung zeigten auch Raiffeisen Bank International,
bauten aber leichte 0,05 Prozent auf.
Industriewerte rahmen heute das ATX Prime-Segment ein. An der
Spitze waren am Nachmittag Zumtobel, KapschTrafficCom und und
Mayr-Melnhof mit plus 4,4, plus 2,7 ebenfalls 2,5 Prozent. Die
größten Abgaben verbuchte aber ebenfalls ein Industriepapier.
Polytec verloren bisher 5,9 Prozent. Ebenso gab das Schwergewicht
voestalpine 0,3 Prozent ab.
Österreichs Wirtschaft hat die zweijährige Rezessionsphase
zuletzt hinter sich gelassen, wirklich in die Gänge kommt die
Konjunktur aber weiter nicht. In der schwächelnden Industrie hat
sich die Stimmung laut Wifo-Konjunkturtest vom Jänner nach
dreimaliger leichter Besserung zuletzt sogar wieder eingetrübt.
Grund sei die schwache Nachfrage nach heimischen Exportgütern, die
auch von US-Zöllen gedämpft wird. Erholungssignale kommen indes vom
Arbeitsmarkt.
International liegt heute der Fokus vor allem auf den Daten zum
US-Einzelhandelsumsatz im Dezember. Der Arbeitskostenindex des
vierten Quartals wird dagegen wohl kaum für Markteinfluss sorgen,
meinen die Experten der Helaba.
moe/mi
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Autor: - APA/moe/mi
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