| ROUNDUP 2: Crews der Lufthansa gehen am Donnerstag in den Streik |
| 10.02.2026 19:48:00 |
(Aktualisierung: Reaktion von Lufthansa)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Passagiere der Lufthansa müssen
an diesem Donnerstag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen.
Grund sind gleichzeitige Arbeitskampfmaßnahmen der Piloten und
Flugbegleiter über den ganzen Tag. Bestreikt werden sollen sämtliche
Starts ab Deutschland. Auch Frachtflüge sind im 100. Jubiläumsjahr
der Lufthansa betroffen. Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst
unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der
Gewerkschaft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. "Kunden werden
in jedem Fall automatisch von uns benachrichtigt, sollte ihr Flug
betroffen sein."
Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die
Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiterinnen
und Flugbegleiter. Offiziell streiken die Piloten für höhere
Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu
liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor,
die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben.
Die Lufthansa kritisierte die "extrem kurzfristige Ankündigung der
Gewerkschaften", die Fluggäste "extrem hart und unverhältnismäßig"
treffe. "Tragfähige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden,
Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben", so der Sprecher der
Airline. "Wir fordern die Gewerkschaften deshalb auf, die Gespräche
mit uns wieder aufzunehmen."
Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu
Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der
Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der
Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen
tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden
Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft
warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum
Manteltarifvertrag.
Harte Linie des Vorstands
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange
Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar
auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte
Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert
Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der
Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit
denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern
eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die
etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat
vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und
Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren
Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die
Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im
Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.
City Airlines soll Cityline ersetzen
Am Dienstag hatte der Lufthansa-Konzern bekanntgegeben, dass die
neue Gesellschaft City Airlines nun erstmals auch das Drehkreuz
Frankfurt bedient. Bis zum Herbst soll die Flotte am
Rhein-Main-Flughafen auf sieben Flugzeuge vom Typ Airbus
A320 mit der neuesten Triebwerksgeneration wachsen.
Bislang sind 13 Flugzeuge der 2024 gegründeten Plattform am zweiten
Drehkreuz in München stationiert.
Für Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie
fliegen, weil City Airlines voll in den Lufthansa-Flugplan
integriert ist und auch keine eigenen Tickets verkauft. Ein
ähnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover, die
auch Fernflüge anbietet. Hier hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi
Tarifverträge für Kabine und Cockpit abgeschlossen.
Für das Wachstum der 100-prozentigen Tochter stellt der Konzern in
Frankfurt neu ein. 60 Kräfte seien bereits gewonnen, die Einstellung
von 280 weiteren Beschäftigten sei geplant. Aktuell beschäftigt die
Airline rund 450 Menschen./ceb/DP/he
ISIN DE0008232125
AXC0296 2026-02-10/19:48
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Autor: - dpa-AFX
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