| Ineos-Chef warnt vor dem Ende von Europas Chemieindustrie |
| 11.02.2026 16:23:00 |
Der Chef des britischen Chemiekonzerns
Ineos, Jim Ratcliffe, hat vor drastischen Folgen hoher Kosten für
Europas Chemiebranche gewarnt. "Die Industrie ist derzeit dabei
herunterzufahren", sagte der Manager laut einer vorab verbreiteten
Mitteilung beim Treffen europäischer Industrievertreter mit
Politikern im belgischen Antwerpen. "Ohne eine Chemieindustrie
können wir keine Krankenhäuser betreiben, wir können keine Menschen
ernähren und wir können uns nicht verteidigen - das ist entscheidend
für die nationale Sicherheit."
Binnen zwei Jahren hätten in Europa 101 Industriestandorte
dichtgemacht, 25 Millionen Tonnen Chemie-Kapazität hätten Europa
verlassen und mehr als 75.000 Menschen ihre Jobs verloren, sagte
Ratcliffe und stellte den Klimaschutz-Nutzen von Europas Politik
infrage. Diese führe nicht zu einer Reduzierung globaler Emissionen,
sondern zu einer Erhöhung solcher. "Europa hat Emissionen nicht
gesenkt, sondern es hat sie exportiert. Produktion wurde in die USA
und nach China verlagert, wo die Kohlenstoffintensität viel höher
ist."
Der Manager monierte, dass Energiepreise in Europa viermal höher
seien als in den USA. Steigende CO2-Kosten und schwacher
Handelsschutz verschreckten Investitionen. "Europas Chemieindustrie
kann diese Bedingungen nicht überleben."
Der britische Chemiekonzern hat in den vergangenen Jahren mehrere
Standorte in Europa geschlossen, vergangenes Jahr kündigte er die
Schließung von zwei Werken in Rheinberg (NRW) an.
Der Konzern stellt Chemikalien her, die für die Herstellung von
Medikamenten, Mobiltelefonen, Agrarprodukten oder Autoteilen genutzt
werden. In Köln hat Ineos mehr als 2500 Beschäftigte./wdw/DP/jha
AXC0232 2026-02-11/16:23
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Autor: - dpa-AFX
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