| Tarifauseinandersetzung bei der Bahn spitzt sich zu |
| 11.02.2026 17:27:00 |
Der Chef der Gewerkschaft Deutscher
Lokomotivführer (GDL), Mario Reiß, hat sich verärgert über den
schleppenden Verlauf der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn
geäußert - und schließt auch einen Abbruch der Gespräche nicht mehr
aus. "Die Bahn setzt auf Verzögerung", sagte er in Berlin. "Das ist
ein Arbeitgeber, der so versucht, uns in Entscheidungsnot zu
bringen." Es bestehe daher jederzeit die Gefahr, dass die
Gewerkschaft den Verhandlungstisch verlasse.
Reiß forderte, noch in dieser Woche zu einem Ergebnis zu kommen.
Ansonsten sei die für die letzte Februarwoche angesetzte
Verhandlungsrunde nicht mehr nötig. Zudem stimmte er die
Beschäftigten und die Fahrgäste auf mögliche Warnstreiks ein. Zwar
gilt noch bis Ende Februar eine Friedenspflicht, in der keine
Arbeitskämpfe möglich sind. Ab März könnte die Gewerkschaft aber den
Bahnverkehr erneut mit einem Ausstand lahmlegen.
"Die Mannschaft hat eine Wut im Bauch. Die sagen schon, tickert
nicht so lang, sagt uns, wann es los geht." Entsprechende
Vorbereitungen liefen bereits im Hintergrund. Eine Schlichtung
schloss Reiß zunächst aus.
Angebot abgelehnt
"Unser Plan war, mit mehr Verhandlungszeit andere Wege zu finden, um
zu einer Lösung zu kommen", betonte der Vorsitzende. "Aber wir sind
nach sieben Verhandlungstagen mit der Bahn noch nicht mal so weit
wie mit den Wettbewerbern nach zwei Tagen."
Seit Montag sitzen beide Seiten in vierter Verhandlungsrunde in
Berlin zusammen. Noch bis einschließlich Freitag sind die Gespräche
angesetzt. Am Vortag legte die Bahn ein erstes Angebot in der
Tarifrunde vor. Es sieht unter anderem eine Entgelterhöhung von 3,8
Prozent in zwei Schritten vor. Über sogenannte Strukturanpassungen
im Tarifsystem sollen die Gehälter um weitere 2,2 Prozent steigen.
Gemeint ist damit etwa die Einführung einer weiteren Entgeltstufe.
Reiß hat das Angebot bereits als zu niedrig zurückgewiesen. "Das
DB-Angebot mit 6 Prozent bei 30 Monaten Laufzeit bedeutet für dieses
Jahr lediglich 0,4 Prozent Steigerung", sagte er./nif/DP/jha
AXC0252 2026-02-11/17:27
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Autor: - dpa-AFX
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