| ROUNDUP: Hochschulaustausch DAAD muss Arbeit in Russland einstellen |
| 13.02.2026 16:16:00 |
Der Deutsche Akademische Austauschdienst
(DAAD) stellt wegen der Einstufung als unerwünschte Organisation
seine Arbeit in Russland ein. Das DAAD-Büro in Moskau sowie das vom
DAAD verantwortete Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus
(DWIH) Moskau würden geschlossen, teilte die Organisation in Bonn
mit.
Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte das russische Vorgehen
einen Schlag gegen die Wissenschaftsfreiheit. Er forderte eine
Rücknahme der Einstufung, die einem Verbot gleichkommt. "Russland
schafft so bewusst eine Atmosphäre der Angst und der Isolation.
Kontakte mit dem Ausland werden zunehmend kriminalisiert", sagte der
CDU-Politiker am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).
Für russische Staatsbürger bedeutet der Kontakt zu einer
unerwünschten ausländischen Organisation, dass sie Gefahr laufen,
sich strafbar zu machen. Der DAAD ist nach eigenen Angaben die
weltgrößte Förderorganisation für den internationalen Austausch von
Studierenden und Wissenschaftlern. Mit der Einstufung kommen
akademische Kontakte mit Russland fast zum Erliegen. Wadephul sagte,
Russland behindere immer mehr unabhängige
Wissenschaftsorganisationen systematisch an ihrer Arbeit.
Noch 200 russische DAAD-Stipendiaten in Deutschland
"Wir bedauern diese Entscheidung der russischen Regierung. In den
vergangenen Jahren gab es vor Ort weiterhin Interesse an
DAAD-Stipendien für Studien- oder Forschungsaufenthalte in
Deutschland", sagte der DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. Seinen
Angaben nach studieren derzeit noch etwa 200 russische
Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit einem DAAD-Stipendium in
Deutschland. Insgesamt seien an deutschen Hochschulen 10.500 Russen
eingeschrieben.
Der Austauschdienst hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs
gegen die Ukraine 2022 Kontakte mit Russland eingeschränkt und keine
Stipendiaten mehr dorthin entsandt. Der umgekehrte Weg aus Russland
an deutsche Hochschulen sollte jedoch erhalten bleiben. Die
Auswahlverfahren für Stipendien in Moskau würden gestoppt, sagte
Mukherjee. Russinnen und Russen könnten sich aber aus Drittländern
weiter bewerben. Dies richtet sich an die vielen Russen, die wegen
des Kriegs in andere Länder geflüchtet sind.
Das russische Justizministerium hatte am Dienstag auf seiner
Webseite die Einstufung des DAAD als unerwünscht öffentlich
gemacht./fko/DP/stw
AXC0201 2026-02-13/16:16
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Autor: - dpa-AFX
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