| Syrien bittet Deutschland bei Abschiebungen um Geduld |
| 13.02.2026 17:39:00 |
Das syrische Außenministerium hat sich erneut gegen
die zeitnahe Rückkehr von Flüchtlingen aus Deutschland nach Syrien
ausgesprochen. "Wir bitten Deutschland darum, die syrischen
Flüchtlinge zu verstehen und uns noch mehr Zeit zu geben für den
Wiederaufbau", sagte der Direktor für konsularische Angelegenheiten
im syrischen Außenministerium, Mohammed Yaqub al-Omar, dem
Nachrichtenmagazin "Focus".
Der Regierungsvertreter warnte vor den möglichen Folgen, sollte
Deutschland schon bald größere Gruppen nach Syrien abschieben. "Die
Rückkehr tausender Syrer nach Syrien zum jetzigen Zeitpunkt könnte
die humanitäre Krise verschärfen und bedeuten, dass viele Menschen
in Flüchtlingslagern leben müssen", sagte al-Omar. Wegen zerstörter
Wohnungen, Schulen, Straßen und mangelnder Stromversorgung seien
viele Menschen innerhalb Syriens geflohen, allein im Norden des
Landes lebten seiner Aussage nach derzeit 1,5 Millionen Menschen in
Zeltlagern.
Bereits vor gut einem Jahr hatte der Außenminister der
Übergangsregierung, Asaad al-Schaibani, mit Blick auf die Zustände
in Syrien keine Notwendigkeit für eine rasche Rückkehr seiner
Landsleute aus Deutschland in die alte Heimat gesehen.
Damaskus offen für Rückkehr von Syrern nach Wiederaufbau
Derzeit gehe die Übergangsregierung den Wiederaufbau an, um die
eigenen Landsleute wieder aufnehmen zu können, sagte al-Omar.
"Deutschland stand stets an der Seite der Syrer nach Ausbruch des
Krieges, das wissen wir zu schätzen", sagte er dem "Focus" bei der
Eröffnung des syrischen Generalkonsulats in Bonn.
Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt,
wieder nach Syrien abzuschieben - beginnend mit Straftätern und
Gefährdern. Im Dezember 2025 wurde erstmals wieder ein Syrer in
Begleitung der Bundespolizei per Linienflug nach Damaskus gebracht,
seitdem fanden weitere Abschiebungen statt./nkl/DP/he
AXC0223 2026-02-13/17:39
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Autor: - dpa-AFX
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