| Datenschützer: Bodycams in Zügen brauchen klare Bedingungen |
| 14.02.2026 11:24:00 |
Mit Blick auf Pläne zur flächendeckenden
Ausstattung von Bahnbeschäftigten mit Bodycams haben Datenschützer
davor gewarnt, die Überwachung ohne Einschränkungen zu erlauben. Der
Einsatz stelle einen "starken Eingriff in die Grundrechte der
betroffenen Personen" dar, sagte der hessische
Landesdatenschutzbeauftragte, Alexander Roßnagel, dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Die Aufnahme sei "nur anlassbezogen zulässig und muss auf das
geringstmögliche Maß reduziert sein", sagte Roßnagel. Er ist als
hessischer Beauftragter für die in Frankfurt sitzenden
Tochterunternehmen DB Fernverkehr und DB Regio zuständig. Die Daten
dürften nur in berechtigten Fällen verwertet werden. Um die
Beschäftigten dennoch mit Bodycams zu schützen, brauche es daher
einen "angemessenen Ausgleich".
Auch unschuldige Personen im Fadenkreuz?
Die Stiftung Datenschutz lehnt eine dauerhafte Aufzeichnung
ebenfalls klar ab. "Ein solcher Einsatz trägt weiter zu einer mehr
und mehr lückenlosen Videoüberwachung der Bevölkerung bei", sagte
die wissenschaftliche Leiterin der von der Bundesregierung
gegründeten Stiftung, Kirsten Bock, dem RND.
Das führe dazu, dass "auch unbescholtene Personen - quasi als
"Beifang" - aufgezeichnet werden". Da Polizeibehörden zunehmend
Bild- und Tonmaterial weiterverwerten würden, steige das Risiko,
dass Personen "unschuldig in das Fadenkreuz von Ermittlungen
gelangen können und sich gegebenenfalls gegen Indizien verteidigen
müssen", so Bock.
Vorschlag: Bodycams nur transparent und bei Gefahren einsetzen
Komplett lehnen die Datenschützer die Einführung von Bodycams aber
nicht ab. Sie schlugen stattdessen klare Regeln vor. Roßnagel sprach
sich dafür aus, dass Bodycams nur anlassbezogen aufzeichnen sollten
- etwa in "eskalierenden Situationen". Die Aufzeichnung müsse stets
durch das Personal aktiviert und deaktiviert werden.
Bock sprach sich dafür aus, dass die Beschäftigten mit dem Einsatz
offen umgehen sollten. "Beim Einschalten ist grundsätzlich darauf
hinzuweisen: Ich schalte jetzt die Kamera ein", schlug sie vor.
Beim sogenannten Sicherheitsgipfel am Freitag hatte Bahnchefin
Evelyn Palla angekündigt, die freiwillige Ausstattung mit Bodycams
noch in diesem Jahr auf alle Beschäftigte mit Kundenkontakt
ausweiten zu wollen. Zuvor galt das nur für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Regionalverkehr. Hintergrund war der Tod eines 36
Jahre alten Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz, der in der vergangenen
Woche bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast attackiert worden
war./nkl/DP/zb
AXC0033 2026-02-14/11:24
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Autor: - dpa-AFX
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