| Linke: Arbeitgeber sollen mehr in Rentenkasse einzahlen |
| 16.02.2026 05:49:00 |
Arbeitgeber sollten aus Sicht der Linken mehr in
die Rentenversicherung einzahlen als Arbeitnehmer. Der
Arbeitgeberanteil solle von heute 50 Prozent schrittweise auf 60
Prozent des fälligen Rentenbeitrags angehoben werden, heißt es in
einem Thesenpapier. Die Linke schließt aus einem Gutachten des
Wissenschaftlichen Diensts des Bundestags, dass dies rechtlich
zulässig sei.
Bisher übernehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte
des Beitragssatzes von derzeit 18,6 Prozent des Bruttolohns. Um auf
ein auskömmliches Rentenniveau zu kommen, sollen Arbeitnehmer aber
zusätzlich privat vorsorgen. Die Linke sieht sie deshalb einseitig
belastet.
"Schuften ein Leben lang"
"Seit Jahren tragen die Beschäftigten die Hauptlast für ihre
Altersvorsorge", sagte Parteichefin Ines Schwerdtner. "Sie schuften
ihr Leben lang, sollen privat vorsorgen und am Ende reicht die Rente
kaum zum Leben." An die Adresse der Arbeitgeber sagte sie: "Wer von
der Arbeit der Beschäftigten profitiert, muss sich auch angemessen
an ihrer sozialen Absicherung beteiligen."
Das Gutachten des wissenschaftlichen Diensts führt Beispiele an,
dass die Beiträge zu einzelnen Sozialversicherungen nicht immer
paritätisch - also jeweils zur Hälfte - von Arbeitgebern und
Arbeitnehmern übernommen werden. In Sachsen etwa zahlen Arbeitnehmer
mehr in die Pflegeversicherung ein als Arbeitgeber. In der
Krankenversicherung übernahmen jahrelang die Arbeitnehmer allein den
Zusatzbeitrag, der nun wieder hälftig geteilt wird.
Österreich als Modell
Die Linke orientiert sich vor allem am Modell der Rentenversicherung
in Österreich. Die gesetzlichen Renten sind dort höher, aber mit
22,8 Prozent auch der Beitragssatz. Der wird dort nicht hälftig
geteilt: Davon übernimmt die Arbeitgeberseite 12,55 Prozentpunkte,
die Arbeitnehmerseite 10,25 Prozent./vsr/DP/zb
AXC0015 2026-02-16/05:49
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Autor: - dpa-AFX
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