| Eon dringt auf Pflicht für Smart Meter in allen Haushalten |
| 16.02.2026 09:57:00 |
Deutschlands größter Energiekonzern Eon
hat sich für eine Verpflichtung von Netzbetreibern
ausgesprochen, alle Haushalte mit intelligenten Stromzählern
auszustatten. "Hätte ich einen Wunsch frei, wäre es ein
verpflichtender Rollout von Smart Metern in Deutschland", sagte
Eon-Vertriebsvorstand Marc Spieker im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur dpa und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in
Essen. Eon ist Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber.
Smart Meter messen alle 15 Minuten den Stromverbrauch eines
Haushalts und übermitteln die Daten an die Netzbetreiber und
Energielieferanten. Mit solchen intelligenten Messsystemen können
Haushalte genau sehen, zu welcher Tageszeit sie wie viel Strom
verbraucht haben. Haben Verbraucher einen speziellen Stromtarif
abgeschlossen, können sie etwa den Betrieb einer Waschmaschine oder
das Laden eines E-Autos in Zeiten mit viel Sonnen- und Windenergie
legen, in denen Strom günstiger ist. Zugleich können Netzbetreiber
mit den Daten ihr Netz besser steuern.
Bislang sind Netzbetreiber nur unter bestimmten Bedingungen zur
Umrüstung bei privaten Kunden verpflichtet, etwa wenn in den
Haushalten eine Wärmepumpe oder eine größere Sonnenstromanlage
angeschlossen wurde. In Europa hinkt Deutschland daher bei der
Umrüstung weit hinterher: Während in vielen Ländern die
Smart-Meter-Quote bereits bei 80 Prozent und mehr liegt, waren es in
Deutschland Ende September 2025 nur knapp 4 Prozent - das entspricht
gut zwei Millionen Geräten.
Sanktionen für langsame Netzbetreiber gefordert
Dem Eon-Vorstandsmitglied ist das zu wenig: "Das geht zu langsam und
das geht auch viel zu lasch. Dass die Netzbetreiber, die immer noch
nicht vorankommen, nicht auch einfach mal sanktioniert werden, das
ist nicht in Ordnung", sagte Spieker. So sollten bei einer
zukünftigen Smart-Meter-Pflichtausrüstung zu langsame Netzbetreiber
nach einem Jahr das Recht verlieren, in ihrem Netzgebiet die Zähler
auszuwechseln. Andere Unternehmen könnten dies dann übernehmen. Bis
zum Jahresende 2025 hatte Eon nach eigenen Angaben hierzulande fast
eine Million Geräte verbaut.
Eon: Kunden profitieren von Smart Metern
Spieker sieht viele Vorteile durch Smart Meter. "Dort, wo wir im
Viertelstundenrhythmus unseren Kunden ihren Verbrauch nennen können,
können wir ihm ganz andere Lösungen anbieten." So gebe es in
Großbritannien einen bestimmten Tarif, bei dem der Strom am späten
Nachmittag mehr und sonst weniger koste. Die Kundinnen und Kunden
hätten sich darauf eingestellt und sparten jetzt pro Monat im
Schnitt fünf bis zehn Euro. "Das ist für viele Kunden megarelevant.
Und das bringt die Leute dazu, ihren Verbrauch sinnvoll zu
verschieben."
Als anderes Beispiel nannte Spieker flexible Ladetarife für
Elektroautos. "Wir können auch Optimierung anbieten, wenn ein
Haushalt eine Photovoltaik-Anlage hat." Wenn ein Energiespeicher
vorhanden sei, könne man darlegen, was die Kunden damit alles machen
könnten.
Spieker verantwortet im Eon-Vorstand sowohl das Geschäft mit Privat-
als auch mit größeren Kunden. In diesem bündelt Eon Großprojekte mit
der Industrie und Kommunen wie etwa die Entwicklung von Wärmenetzen.
Zwar gibt es in Deutschland keine Umrüstpflicht für alle Kunden.
Seit Anfang 2025 hat aber jeder Haushalt das Recht, einen Smart
Meter zu beantragen. Der jeweils lokal zuständige Netzbetreiber hat
dann vier Monate Zeit, diesen einzubauen. Die Kosten bei einem
freiwilligen Einbau tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher. Bei
Mietobjekten muss der Vermieter zuvor um Erlaubnis gefragt werden.
Eon betreibt rund ein Drittel des deutschen Strom-Verteilnetzes
Eon ist Deutschlands größter Energieversorger mit hierzulande zwölf
Millionen Strom- und zwei Millionen Gaslieferverträgen. In
Deutschland ist das Unternehmen über zahlreiche
Tochtergesellschaften außerdem der größte Strom-Verteilnetzbetreiber
mit einem Anteil von rund einem Drittel der
Netzlänge./lew/tob/DP/mis
ISIN DE000ENAG999 DE0007037129
AXC0068 2026-02-16/09:57
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Autor: - dpa-AFX
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