| Studie: Hunderttausende mit Social-Media-Sucht |
| 16.02.2026 13:57:00 |
Mehr als ein Viertel aller Kinder und
Jugendlichen nutzen soziale Medien laut einer neuen Studie in
riskanten oder sogar krankhaftem Ausmaß. Suchtverhalten nimmt nach
neuen Zahlen der Krankenkasse DAK-Gesundheit zu, die der Deutschen
Presse-Agentur in Berlin vorliegen.
Im vergangenen Herbst wiesen demnach 21,5 Prozent eine riskante
Nutzung sozialer Medien auf - nach 21,1 Prozent im September/Oktober
2024. Online-Videos konsumierten 21,4 Prozent riskant viel, nach
13,4 Prozent im Jahr zuvor. DAK-Chef Andreas Storm begrüßte vor
diesem Hintergrund die Debatte über schärfere Jugendschutzregeln in
den Koalitionsparteien.
Hunderttausende suchtkrank
Als pathologische Nutzerinnen und Nutzer - als suchtkrank - gelten
demnach 6,6 Prozent bei Social Media und 4 Prozent bei Videos. Bei
etwa 350.000 Kindern und Jugendlichen gibt es laut DAK-Gesundheit
also eine pathologische Nutzung sozialer Medien. Die Mediennutzung
wird im Rahmen einer seit 2019 laufenden Studienreihe der
Krankenkasse und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
untersucht.
Für ein krankhaftes Ausmaß müssen die Medien so stark genutzt
werden, dass die Betroffenen dies länger machen als geplant oder
vorgegeben und negative Folgen in anderen Bereichen auftreten.
Beispielsweise kommen Schülerinnen und Schüler zu spät zum
Unterricht, Noten werden schlechter. Schlafstörungen und andere
Symptome können Kontrollverlust begleiten. Eine riskante Nutzung ist
ausgiebig, aber noch nicht in so einem Ausmaß verstetigt.
Etwas weniger Minuten am Handy
Durchschnittlich nutzen Kinder und Jugendliche der Studie zufolge an
einem normalen Wochentag 2,7 Stunden Social Media, am Wochenende 3,3
Stunden. Die Zeiten der Nutzungsdauer im Schnitt sind damit leicht
gesunken.
Der Vorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, nannte die
Entwicklung dennoch "alarmierend". Immer mehr Mädchen und Jungen
seien gefährdet, in die Abhängigkeit zu rutschen. "Jetzt muss
schnell gehandelt werden, um unsere Kinder zu schützen und zu
stärken." Die Einführung von Altersgrenzen allein reiche nicht aus,
zusätzlich sei mehr Vermittlung von Medienkompetenz nötig.
Aus der SPD war die Forderung eines Social-Media-Verbots für Kinder
unter 14 Jahren bekanntgeworden. Zudem soll auf dem bevorstehenden
CDU-Parteitag ein Antrag beraten werden, der ein gesetzliches
Mindestalter von 16 Jahren für soziale Netzwerke wie Tiktok,
Instagram und Facebook fordert - samt verpflichtender
Altersprüfung./bw/DP/mis
ISIN US02079K3059 US30303M1027
AXC0129 2026-02-16/13:57
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Autor: - dpa-AFX
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