| ROUNDUP 2: Neue Nahverkehr-Warnstreiks - vor allem Frankfurt betroffen |
| 17.02.2026 17:05:00 |
(neu: Informationen traffiQ.)
FRANKFURT/MARBURG/GIESSEN (dpa-AFX) - Wegen neuer Warnstreiks müssen
sich die Pendler in Frankfurt, Marburg und Gießen erneut auf
Fahrtausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi
hat im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe für diesen
Donnerstag in den drei Städten zu weiteren ganztägigen
Arbeitsniederlegungen bei Verkehrsgesellschaften aufgerufen. Bei den
Straßenbahnen und U-Bahnen in Frankfurt werden die Räder vom Beginn
der Frühschicht bis zum Ende der letzten Schicht stillstehen, wie
der für Busse und Bahnen zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär
Jochen Koppel sagte.
Auswirkungen in Gießen und Marburg geringer
Auch im Busverkehr in Marburg in Gießen sei mit Auswirkungen zu
rechnen, jedoch in geringerem Umfang, da in beiden mittelhessischen
Städten unterschiedliche Tarifverträge für das Fahrpersonal gelten.
Die Fahrgäste in Frankfurt dürften die neuerlichen
Arbeitsniederlegungen schmerzhaft treffen, erklärte die
Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. Gerade die U-Bahn sei das Rückgrat
des städtischen Nahverkehrsnetzes. Es sei damit zu rechnen, dass
erneut alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien von dem
Warnstreik betroffen sind.
Ausweichmöglichkeiten in Frankfurt
Immerhin könnten die Pendler auf folgende Verkehrsmittel ausweichen,
die trotz des Warnstreiks verkehren sollen:
* die S-Bahn-Linien
* die Regionalzüge
* die städtischen Buslinien
* der Schienenersatzverkehr für die U2
* die regionalen Buslinien und Express-Busse
Im Busverkehr sei allerdings mit einer spürbar höheren Nachfrage zu
rechnen, was auf einigen Linien zu Verspätungen führen könne.
Den Fahrgästen empfahl die Nahverkehrsgesellschaft, möglichst kurz
vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen.
Diese seien über die Radiosender, am RMV-Servicetelefon, im Internet
sowie in den sozialen Medien.
Neuen Warnstreiks ging laut Verdi "Eklat" voraus
Die neuerlichen Warnstreiks resultierten aus dem "Eklat" kurz vor
Ende der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen
Nahverkehr. Zuvor hatte Verdi deshalb bereits in Kassel zu einem
Warnstreik aufgerufen.
Bei den Verhandlungen hatten die Arbeitgeber nach Angaben von Verdi
überraschend zwei neue Themen auf den Verhandlungstisch gelegt. Sie
wollten Kürzungen bei einer tariflich vereinbarten Zulage zur
Mitarbeitergewinnung, das Geld solle mit künftigen Tariferhöhungen
verrechnet werden, so die Gewerkschaft. Die ebenfalls tariflich seit
langem gültige Aufstockung des Krankengelds soll gekürzt werden.
"Das kam völlig aus dem Off. Wir bewerten diesen Vorstoß als eine
Attacke auf unseren Tarifvertrag", so Koppel.
Nächste Verhandlungsrunde am 25. Februar
Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi gleichzeitig in allen
Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der
Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem
Manteltarifvertrag. Die nächste Verhandlungsrunde steht am 25.
Februar an, dabei soll es schwerpunktmäßig um die Eingruppierung von
Tätigkeiten gehen, wie Koppel sagte./csc/DP/men
AXC0206 2026-02-17/17:05
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Autor: - dpa-AFX
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