| ROUNDUP/Niedrige Gasspeicher-Füllstände: Grüne fordern Reiche zum Handeln auf |
| 17.02.2026 17:41:00 |
Die Grünen fordern Bundeswirtschaftsministerin
Katherina Reiche angesichts der niedrigen Füllstände der Gasspeicher
zum Handeln auf. Vor einer Sondersitzung des Bundestags-Ausschusses
für Wirtschaft und Energie sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael
Kellner der Deutschen Presse-Agentur, die Speicher seien mit 23,5
Prozent für Mitte Februar sehr leer und der Winter dauere an. "Die
Ministerin muss erklären, wie sie ab April eine zuverlässige und
ausreichende Befüllung der Speicher für die kommende Heizperiode
sicherstellen will."
Zunehmend lauter werden Rufe nach einer nationalen Gasreserve. Aus
Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums hieß es, ein staatlicher
Eingriff sollte nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen.
Kellner sagte, es sei seit Spätsommer 2025 abzusehen, dass es diesen
Winter knapp werden könnte. "Unsere europäischen Nachbarn haben
besser vorgesorgt. Ebenso muss die Ministerin darlegen, ob sie eine
Strategie gegen fossile Abhängigkeiten hat. Wer Deutschland weniger
abhängig machen will, muss Wärmepumpen und Erneuerbare Energien
fördert und nicht wie Frau Reiche bekämpfen."
Reiche nimmt am frühen Abend an einer digitalen Sondersitzung des
Wirtschafts- und Energieausschusses teil. Die Bundesnetzagentur und
das Wirtschaftsministerium hatten die Versorgungslage als gesichert
bezeichnet. Verwiesen wurde auf die inzwischen gut ausgebaute
LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa, die neben der
bestehenden Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die
notwendigen Importe nach Deutschland ermögliche.
"Aufgrund der kalten Witterungsverhältnisse sind die
Gasspeicherfüllstände unter die Marken der vergangenen Jahre
gefallen", sagte Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des
Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. "Die Versorgung in
diesem Winter ist dennoch grundsätzlich gesichert." Gasmengen seien
auf dem globalen Markt derzeit ausreichend verfügbar. "Die
eigentliche Herausforderung liegt in der rechtzeitigen und
ausreichenden Befüllung der Speicher vor dem nächsten Winter.
Hierfür muss die Bundesregierung den entsprechenden Rahmen setzen."
Forderung nach Gasreserve
Die gegenwärtigen geopolitischen Verwerfungen brächten neue
Unwägbarkeiten und Risiken für die Energieversorgung mit sich, so
Andreae. "Der ungeplante Ausfall oder die gezielte Ausschaltung von
Importrouten und -anlagen ist nicht mehr undenkbar. Dies wird
besonders kritisch in Kombination mit gleichzeitiger extremer Kälte.
In solchen Situationen kommen Marktkräfte an ihre Grenzen."
Die Schaffung einer strategischen Gasspeicherreserve sei daher
Absicherung von akuten Krisenfällen und unvorhersehbaren
Extremereignissen ein sinnvolles Instrument, sagte Andreae. Sie
müsse auf Notfallsituationen beschränkt sein. Zuvor hatte sich
bereits der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, für eine
strategische Gasreserve ausgesprochen.
Ministerium prüft "zusätzliches Instrument"
Aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums hieß es, auf der
Grundlage einer Studie im Auftrag des Ministeriums werde an einer
Anschlussregelung für die aktuellen Füllstandsvorgaben gearbeitet.
Diese müssten in Übereinstimmung mit den europäischen Vorgaben
gelten. Die geopolitische Lage mache es darüber hinaus erforderlich,
sich künftig gegen Angriffe von außen abzusichern, zum Beispiel
gegen Angriffe auf Pipelines. "Wir prüfen derzeit, wie ein
zusätzliches Instrument ausgestaltet werden könnte."
Klar sei: "Ein staatlicher Eingriff sollte nur erfolgen, wenn er die
Versorgungssicherheit nachhaltig erhöht, kosteneffizient
ausgestaltet werden kann und die Marktakteure nicht aus der
Verantwortung nimmt." Für den nächsten Winter seien bereits 60
Prozent der deutschen Speicherkapazitäten vermarktet, mehr als im
vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt.
Kommender Winter
Timm Kehler, Vorstand des Verbands Gas- und Wasserstoffwirtschaft
sagte, die eigentliche Herausforderung komme erst nach der aktuellen
Heizperiode. Die Speicher müssten bis zum nächsten Winter wieder
gefüllt werden. "Weil die Füllstände jetzt aber deutlich niedriger
sind als im vergangenen Jahr, müssen wesentlich größere Mengen
eingespeichert werden." Die Bundesregierung müsse für den nächsten
Winter einen guten Rahmen für den Erhalt und die Befüllung der
Gasspeicher schaffen. Die Befüllung der Speicher ist für
Speicherbetreiber aus verschiedenen Gründen weniger wirtschaftlich
geworden./hoe/DP/he
AXC0216 2026-02-17/17:41
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Autor: - dpa-AFX
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