| Klimastress für Arabica? Organisation warnt vor Folgen für Kaffeeanbau |
| 18.02.2026 06:47:00 |
Wie beeinflusst der Klimawandel Kaffeeanbau und
-verkauf? Mit Blick auf eine neue Untersuchung warnt die
gemeinnützige US-Organisation Climate Central vor möglichen Folgen
vermehrter Hitzetage für die Kaffee-Ernten in den Tropen. Extreme
Wetterereignisse in den globalen Kaffeeanbaugebieten hätten
wahrscheinlich zu den Preissprüngen bei Kaffee in den letzten Jahren
beigetragen, hieß es auch.
Der Climate-Central-Analyse zufolge kam es in den vergangenen Jahren
in den Anbauregionen durch den Klimawandel öfter zu Tagen mit
Höchstwerten, die vor allem Arabica-Kaffeepflanzen schaden können.
Dadurch seien möglicherweise Qualität und Menge der jüngsten Ernten
beeinträchtigt worden, teilte die Organisation mit.
Organisation: Mehr für Kaffee schädliche Hitzetage
Für die Analyse schaute sich Climate Central die Temperaturen von
2021 bis 2025 in Ländern des sogenannten Kaffeegürtels an. Dazu
zählen 25 Staaten rund um den Äquator. Die Autoren verglichen die
Werte mit geschätzten Temperaturen einer hypothetischen Welt ohne
menschengemachten Ausstoß von Treibhausgasen. Sie wollten verstehen:
Wie häufig treibt der Klimawandel die Temperaturen in diesen Ländern
über die für vor allem für Arabica-Kaffeepflanzen schädliche
Hitzeschwelle von 30 Grad?
Ihr Ergebnis: Durch den Klimawandel verzeichneten die
Top-5-Kaffeeanbauländer - Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien
und Indonesien - jährlich durchschnittlich zusätzliche 57 Tage mit
für den Kaffeeanbau schädlichen Temperaturen.
Folgen für den Kaffeeanbau
Werte über der Schwelle bedeuten für die Kaffeepflanzen der
Organisation zufolge Stress. Die Pflanzen würden anfälliger für
Krankheiten, lieferten weniger Ertrag und schlechtere Bohnen.
Zusammengenommen könnte das das Angebot und die Qualität von Kaffee
verringern und weltweit zu Preiserhöhungen beitragen, hieß es.
Laut Marktbericht der internationalen Kaffee-Organisation ICO lag
der durchschnittliche Preis für ein US-Pfund Rohkaffee (etwa 454
Gramm) im Dezember vergangenen Jahres bei ungefähr 3 US-Dollar. Zwei
Jahre zuvor waren es demnach noch zwischen 1,6 und 1,8 US-Dollar.
Das Hamburger Handelsunternehmen Tchibo hatte kürzlich mit Verweis
auf den angespannten Markt seine Kaffeepreise erhöht.
Landwirte müssen sich anpassen
Climate Central sieht Landwirte gezwungen, ihre Anbaumethoden
anzupassen. So könnten etwa höhere Bäume rund um den Kaffee
gepflanzt werden, deren Schatten die Kaffeepflanzen dann vor
schädlicher Hitze schütze. Die Anbauregionen könnten sich durch den
Klimawandel zudem verlagern, meint die Organisation./jce/DP/zb
AXC0043 2026-02-18/06:47
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Autor: - dpa-AFX
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