| ROUNDUP 2: Cyberangriff legt Bahn-Buchung lahm - noch keine Entwarnung |
| 18.02.2026 15:22:00 |
(neu: Details.)
BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Bahn (DB) sieht sich einem
großangelegten Cyberangriff ausgesetzt - mit möglichen Auswirkungen
auf die Buchungs- und Auskunftssysteme des Konzerns. "Das Ausmaß ist
erheblich", teilte die bundeseigene Bahn am Nachmittag mit. "Die
aktuelle Attacke ist gezielt auf die DB gerichtet und ist in Wellen
erfolgt." Ziel des Angriffs seien die IT-Systeme. Die
Abwehrmechanismen griffen aber. Kundendaten seien nicht geklaut
worden, betonte ein Sprecher.
Angriffe begannen am Dienstag
Die Angriffe begannen demnach am Dienstagmittag. Ab dem Nachmittag
kam es dann zu Beeinträchtigungen für die Kunden. Wer etwa über die
Kanäle der Deutschen Bahn eine Fahrkarte buchen oder eine Verbindung
suchen wollte, kam nicht weit. Anstelle der Fahrtinformationen kamen
Fehleranzeigen. Betroffen waren sowohl die Buchungsapp
"DB-Navigator" als auch die Internetseite bahn.de.
Weitere Einschränkungen nicht ausgeschlossen
Auch am Mittwoch kam es zu Einschränkungen. Am Nachmittag
funktionierten die Systeme aber vorerst wieder, hieß es. Dass
weitere Angriffswellen folgen könnten und es erneut zu
Einschränkungen für Nutzerinnen und Nutzer kommen kann, schließt die
Bahn allerdings nicht aus. Die wellenartigen Attacken sind auch der
Grund dafür, warum das Wiederherstellen der Systeme so lange dauert.
Webseite und "DB Navigator" betroffen
Dem Konzern zufolge handelt es sich bei dem Cyberangriff um eine
sogenannte DDoS-Attacke, die am Dienstagmittag gegen die IT-Systeme
der Bahn erfolgt sei. Dabei schicken Tausende gekaperte Computer
oder Geräte gleichzeitig so viele Anfragen an eine Website oder eine
App wie den "DB Navigator", dass diese in die Knie gehen.
Für die Nutzer sieht das so aus, als sei die Seite offline, obwohl
sie technisch nicht zerstört wurde. Ziel solcher Angriffe ist es
meist, Unternehmen oder Behörden zu erpressen, zu sabotieren oder
politisch unter Druck zu setzen.
Ursprung des Angriffs unklar
Woher der Angriff kam, ist offen. Die "Bild"-Zeitung beruft sich auf
eine interne Bahnquelle, wonach die Attacke aus Russland gekommen
sein soll. Der Konzern kommentierte solche Gerüchte nicht. "Zu
Spekulationen über Hintergründe werden wir uns nicht äußern", teilte
die Bahn lediglich mit. Oberste Priorität hätten nun der Schutz der
Kundendaten sowie die Verfügbarkeit der Auskunfts- und
Buchungssysteme.
Immer wieder Cyberangriffe
Cyberangriffe auf große Unternehmen wie die Bahn sind nicht
ungewöhnlich. Die meisten können aber abgewehrt werden, so dass
Kundinnen und Kunden nur selten etwas merken. Solche Schlagzeilen
bei der Bahn liegen Jahre zurück: Im Mai 2017 richtete sich der
Cyberangriff "WannaCry" gegen Hunderttausende Computer in mehr als
150 Ländern. Betroffen waren auch mehrere hundert Rechner bei der
Bahn. Es kam unter anderem zu Beeinträchtigungen bei den
Anzeigetafeln.
Andere Verkehrssysteme waren ebenfalls Opfer von Angriffen. Im
August 2024 war etwa die Deutsche Flugsicherung von einem Angriff
betroffen. Diese Attacke ordneten die Ermittlungsbehörden dem
russischen Militärgeheimdienst GRU zu. Auch im jüngsten
Bundestagswahlkampf soll es zu hybriden Angriffen aus Russland
gekommen sein, um die Wahlen zu beeinflussen. Im Dezember hatte die
Bundesregierung deshalb den russischen Botschafter einbestellt.
Verletzliche Bahn-Infrastruktur
Bei der Bahn wogen allerdings zuletzt analoge Angriffe auf die
Infrastruktur deutlich schwerer. Wegen durchtrennter Bahnkabel war
etwa im vergangenen September eine zentrale Verbindung zwischen
Düsseldorf und Köln stark beeinträchtigt. Rund eine Woche vorher
hatte ein Brandanschlag auf ein Stellwerk bei Hannover für
Verspätungen bei Hunderten Fernzügen gesorgt. Zehntausende Fahrgäste
waren betroffen.
Große Auswirkungen hatte im August wiederum ein Brandanschlag auf
Kabel auf der Strecke Duisburg-Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen.
Die beschädigten Kabel sorgten für Störungen im Nah- und
Fernverkehr. Betroffen waren die ICE-Linien nach Berlin und
Frankfurt am Main ebenso wie die Verbindungen in Richtung
Norddeutschland, Süddeutschland und in die Niederlande.
Solche Angriffe führen immer wieder zu Debatten, wie kritische
Infrastruktur in Deutschland besser geschützt werden
kann./maa/cab/chd/DP/men
AXC0186 2026-02-18/15:22
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Autor: - dpa-AFX
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