| AKTIE IM FOKUS 3: Vergleichs-Euphorie bei Bayer verflogen - Kursrutsch |
| 18.02.2026 16:34:00 |
(neu: Kurs aktualisiert, weitere Kommentare)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Euphorie der Bayer-Aktionäre
über den Glyphosat-Vergleich in den USA währte nicht
lange. Auf den Kurssprung vom Vortag folgte am Mittwoch ein Rutsch.
Mit einem Verlust von zuletzt 7,9 Prozent auf 45,40 Euro fielen die
Papiere der Leverkusener sogar unter ihre 21-Tage-Linie zurück. Am
Dienstag hatten sie erstmals seit 2023 wieder fast 50 Euro gekostet
und am Ende um gut sieben Prozent zugelegt.
Die erste Freude war groß, nachdem Bayer einen umfassenden
Sammelvergleich angekündigt hatte. Experten sehen dies als weiteren,
sehr wichtigen Schritt, um die seit Jahren anhängigen
Glyphosat-Klagen vom Tisch zu bekommen.
Aktien von Bayer waren seit Oktober mit einem Kursplus von 85
Prozent bis Dienstagabend bereits deutlich gestiegen. Sie kosten
aber immer noch deutlich weniger als vor der ersten Niederlage in
einem US-Glyphosatverfahren im Sommer 2018. Damals notierten sie bei
gut 93 Euro.
Rückenwind hatten positive Studiendaten zum Blutgerinnungshemmer
Asundexian geliefert, die Hoffnungen auf ein Milliardenmedikament
machten. Zudem stützte die Aussicht, dass der US Supreme Court eine
Präzedenzentscheidung zugunsten von Bayer für zahlreiche anhängige
Glyphosat-Verfahren trifft. Diese Entscheidung des höchsten
US-Gerichts ist auch vor dem Hintergrund des Vergleichs der wohl
größte Unsicherheitsfaktor. Offen sei, was passiere, wenn die
Richter nicht im Sinne von Bayer entschieden, so Experte Charles
Pitman-King von Barclays.
Die Richter müssen klären, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim
Verkauf der Unkrautvernichter - wie der Konzern argumentiert - über
dem Recht von Bundesstaaten steht. Es geht also im Kern darum, ob
hinreichend vor den Risiken im Umgang mit dem Unkrautvernichter
gewarnt wurde.
Daher sei die Entscheidung des Supreme Court auch so wichtig, so
Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan. Denn ein für Bayer
günstiger Ausgang würde dann Kläger betreffen, die ihre Ansprüche
mit fehlenden Warnhinweisen begründeten und dem vorgeschlagenen
Sammelvergleich nicht zustimmten. Ersteres sei wohl geschätzt die
Grundlage für etwa 80 Prozent aller Fälle.
Es bestehe durchaus auch die Möglichkeit, dass sich viele Kläger
gegen den von Bayer angestrebten Sammelvergleich entschieden, so
Vosser weiter. Sollten es zu viele sein, würde die gesamte
Vereinbarung laut Bayer platzen.
Die DZ Bank nahm die neueste Entwicklung zum Anlass, die Papiere
gleich um zwei Schritte von "Kaufen" auf "Verkaufen" abzustufen. Aus
Sicht des Experten Peter Spengler ist der Glyphosat-Vergleich in den
USA ein "teuer erkaufter Schritt zu mehr Planungssicherheit". Es
handele sich um ein langfristig auf 21 Jahre angelegtes
Entschädigungsprogramm, das sowohl aktuelle als auch zukünftige
Kläger in einem einheitlichen Rahmen berücksichtige./edh/ag/mis/he
ISIN DE000BAY0017
AXC0201 2026-02-18/16:34
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Autor: - dpa-AFX
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