| Ministerin: Öko-Energie-Erzeuger sollen mehr Verantwortung übernehmen |
| 18.02.2026 20:59:00 |
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
(CDU) verteidigt ihre Pläne, die Privilegien der Erzeuger
erneuerbaren Energien einzuschränken. "Die Erneuerbaren sind
erwachsen geworden, sie stehen für den größten Teil der
Stromerzeugung in Deutschland. Daraus folgt, dass sie jetzt auch
mehr Systemverantwortung übernehmen müssen", sagte Reiche dem
"Handelsblatt".
Mit Blick auf Überlegungen ihres Hauses, die Entschädigungen für
Erneuerbare-Energie-Anlagen zu streichen, wenn Strom wegen fehlender
Netzkapazitäten nicht eingespeist werden kann, sagte sie: Die Kosten
für Strom, "der aufgrund von Netzengpässen nicht genutzt werden
kann, betragen mittlerweile fast drei Milliarden Euro im Jahr". Die
Summe werde auf alle Verbraucher umgelegt und erhöhe die
Stromkosten. "Das kann doch nicht die Lösung sein", sagte sie.
In dem Gesetzentwurf von Reiche heißt es, der Netzausbau könne nicht
mit dem Bau von Anlagen Schritt halten. Deshalb soll in besonders
belasteten Gebieten im Falle, dass Wind- und Solaranlagen gedrosselt
oder abgeschaltet werden, keine Entschädigung mehr für neue
Anschlüsse gezahlt werden.
Blockadevorwurf zurückgewiesen
Die geplanten Änderungen sind Bestandteil eines "Netzpakets" des
Wirtschaftsministeriums, dessen Entwurfsfassung vor einigen Tagen
durchgesickert war. Reiche steht wegen dieses Entwurfs in der
Kritik. Die Öko-Energie-Branche wirft ihr vor, sie wolle den Ausbau
der Erneuerbaren blockieren.
Die Ministerin zeigte für die Kritik kein Verständnis. "Es geht um
die Kosten des Gesamtsystems", sagte sie. "Ich sehe meinen Auftrag
darin, die Belastung für Wirtschaft und Verbraucher durch
Energiekosten zu reduzieren oder mindestens nicht weiter steigen zu
lassen." Dazu sei eine faire Lastenverteilung erforderlich. "Wer in
diesem Zusammenhang von Blockade spricht, manövriert sich ins Aus",
sagte Reiche./brd/DP/he
AXC0250 2026-02-18/20:59
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Autor: - dpa-AFX
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